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Aukrug Göpelschauer als Heulager für die ERNA-Herde

Von khl | 08.07.2009, 09:38 Uhr

Rund 200 Auerochsen-Fans sorgten für einen Rekordbesuch bei einem "Tag der offenen Flur" des Naturschutzrings Aukrug. Hauptprogramm- punkt: die Einweihung eines Göpelschauers, der als Heulagerstätte bei extremen Wetterlagen dient.

"Ich freue mich, dass so viele Leute heute den Weg zu uns raus in die Feldmark gefunden haben", sagte Jürgen Hirschbiegel, als er den "Tag der offenen Flur" an der Bünzau eröffnete. Hirschbiegel ist 1. Vorsitzender des Naturschutzring-Untervereins für "Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug" (ERNA). "Wir haben einen ganz besonderen Anlass für unseren heutigen Tag der offenen Flur: nämlich den Wiederaufbau dieses alten Göpelschauers", erklärte der Böker und verkündete den geplanten Programmablauf: "Wir werden erst ein bisschen was zur Entstehungsgeschichte dieses Göpelschauers erzählen, dann gibts eine Vorführung, ein Quiz und nachher zum Abschluss noch eine Führung über die Fläche." Hauptaufgabe der ERNA-Auerochsen sei es, als vierbeinige Landschaftspfleger die Vegetation in ihrem Revier offen zu halten, betonte Hirschbiegel: "Aber bei unserer Rinderzucht entsteht natürlich auch Fleisch, und dieses Fleisch verkaufen wir, um unseren Verein zu finanzieren." Eine Kostprobe für die Besucher gehört zu jedem "Tag der offenen Flur": Sönke Krumrey und Volker Neitzel hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine große vorgegarte Ochsenkeule für das Mittagessen auf ihren überdimensionalen Grill gewuchtet. "Der Fleischverkauf ist immer im Herbst", erläuterte Hirschbiegel, "von September bis November gibt es Auerochsenfleisch in der Lütten Schlachterie in Hohenwestedt - und das schmeckt sehr, sehr lecker!"

Den Göpelschauer, unter dem sich ein Großteil der Besucher während der Begrüßungsansprache versammelt hatte, habe sein Nachbar und ERNA-Mitstreiter Stefan Siemesgelüss vor fünf Jahren auf Gut Hohenstein entdeckt, eigenhändig abgebaut und auf seinem Hof verstaut, berichtete Hirschbiegel. Als man bei einem ERNA-Stammtisch Anfang 2007 das Problem der Winterfütterung diskutiert habe, sei der Plan entstanden, den Göpelschauer von Siemesgelüss als Heulagerstätte vor Notzeiten (Hochwasser oder hoher Schnee) zu nutzen. Um den Besuchern zu zeigen, was überhaupt ein "Göpel" ist, hatten die ERNA-Mitglieder extra ein historisches Exemplar antransportiert. Bei einem Göpel handelt es sich um ein gusseisernes Getriebe, das die Zugleistung von im Kreis laufenden Pferden, Rindern oder auch Hunden in eine drehende Bewegung zum Antrieb von Maschinen umwandelte. Die Funktionsweise des Göpels erfordert eine freitragende Dachkonstruktion. Der Wiederaufbau des Göpelschauers sei ein "ganz tolles Gemeinschaftserlebnis" gewesen, freute sich Hirschbiegel, wies auf den 8300-Euro-Zuschuss für Materialkosten von der Hanns-R.-Neumann-Stiftung hin und lobte insbesondere den ehrenamtlichen Bauleiter Rudi Heeschen. "Ich bin froh, dass wir das geschafft haben und diesen Schuppen heute der Öffentlichkeit präsentieren können", schloss Hirschbiegel seine Begrüßungsrede, "und ich finde, dieser Göpelschauer passt hier ganz wunderbar in die Landschaft."