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Imland-Klinik Rendsburg Bauchschmerzen sind nicht immer harmlos - Chefarzt klärt auf

Von dj | 01.02.2019, 13:57 Uhr | Update am 11.08.2022

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verschwinden oft nach kurzer Zeit. Deswegen werden sie bisweilen unterschätzt. Wann man handeln sollte, erklärt Chefarzt Dr. Christos Papachrysanthou.

Bauchschmerzen können eine Qual sein. Oft ist man selbst schuld daran, zum Beispiel wenn man dem Magen-Darm-Trakt durch ein schweres Essen zu viel zugemutet hat. Wie gut, dass der Bauch zum Verzeihen neigt. Harmlose Probleme löst er meist innerhalb weniger Stunden von ganz allein. „Doch wenn der Schmerz schnell und heftig kommt, sollte man dringend einen Arzt konsultieren“, sagt Dr. Christos-Athanasios M. Papachrysanthou, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Imland-Klinik. Der sogenannte „Vernichtungsschmerz“, der beim Patienten das Gefühl auslöst, die Attacke nicht überstehen zu können, kann eine lebensgefährliche Situation ankündigen.

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Vortrag am 6. Februar


„Medizin erleben“ ist das Gesundheitsforum der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung und der Eckernförder Zeitung. In Kooperation mit der Imland-Klinik beleuchten wir medizinische Schwerpunktthemen. Zum aktuellen Thema „Bauchschmerzen – wann wird es ernst?“ laden wir zu einem Vortrag am Mittwoch, 6. Februar, ab 18 Uhr im Hohen Arsenal ein. Dr. Christos Papachrysanthou spricht über die Ursachen von Bauchschmerzen, wann eine Operation erforderlich wird und was die moderne Chirurgie leisten kann.  Nach dem Vortrag beantwortet der Mediziner Fragen.

Patienten mit krampfartigen Bauchschmerzen werden in der Imland-Klinik in die zentrale Notaufnahme eingeliefert. Dann folgt die Diagnose. Blut wird abgenommen, ein Zugang gelegt, mit Ultraschall der Bauch untersucht. „Anhand des Blutes erkennen wir die Entzündungswerte, und das Ultraschallgerät zeigt uns Organveränderungen an“, sagt Chefarzt Papachrysanthou. Detaillierte Aufnahmen erzeugen die Radiologen mit ihrer Sonographietechnik. Bestehen letzte Zweifel an der Diagnose, liefern die Daten aus dem Computertomographen das letzte fehlende Mosaiksteinchen.

Zu den häufigsten ernsthaften Erkrankungen zählen Entzündungen. Sie entstehen dadurch, dass sich in der Darmwand zunächst durch genetische Vorbelastung oder eine ballaststoffreiche Ernährung Aussackungen bilden. Darin sammeln sich Stuhlreste an, die wiederum eine Entzündung auslösen. Mit einer Bauchspiegelungs-OP lässt sich das erkrankte Darmsegment ohne Bauchschnitt komfortabel behandeln. Die Entzündung muss zuvor mit Antibiotika bekämpft werden. „Denn ein entzündeter Darm verheilt nicht gut“, so der Chefarzt.

„"Bei einem Durchbruch muss sofort operiert werden."“
Dr. Christos-A. Papachrysanthou

Auf Letzteres allerdings können die Mediziner keine Rücksicht mehr nehmen, wenn die Darmwand bereits so stark angegriffen wurde, dass ein Loch entstanden ist. Dadurch kann Darminhalt in die Bauchhöhle entweichen. „Das ist lebensgefährlich“, erklärt Papachrysanthou. Es drohen eine Bauchfellentzündung und eine Blutvergiftung. Die nächste, dann katastrophale Phase wäre ein Multiorganversagen: „Bei einem Durchbruch muss sofort operiert werden.“

Eine besonders umfangreiche Untersuchung ist bei einer Krebserkrankung notwendig. Sofern keine Körperfunktionen beeinträchtigt sind, nimmt sich das Ärzteteam um Dr. Papachrysanthou Zeit für detaillierte Nachforschungen, Darmspiegelung mit Gewebeentnahme inklusive. Die Umfelddiagnostik ist von großer Bedeutung. Beim Dickdarmkrebs bilden sich Metastasen vor allem in Leber, Lunge und Lymphknoten, weswegen diese Organe besonders untersucht werden. „Alle Fachabteilungen arbeiten bei der Behandlung zusammen“, sagt Papachrysanthou. Hat der Tumor keine Metastasen erzeugt, wird er in der Regel zeitnah entfernt. Sind Metastasen zu erkennen, kann eine Chemotherapie erforderlich sein. Auch die Tumorerkrankung ist ein Beleg dafür, dass Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt ernst genommen werden müssen: „Insbesondere der Darmkrebs lässt sich in einem frühen Stadium sehr gut behandeln.“