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Nortorf Amtswehren wollen eigenen Container

Von Christian Robohm | 22.01.2010, 09:28 Uhr

Der Bericht des Amtswehrführers Dirk Arendt in der Sitzung des Amtsausschusses Nortorfer Land bot den Kommunalpolitikern reichlich Diskussionsstoff für die kommenden Wochen und Monate.

Denn Arendt hatte nicht nur Erfreuliches wie die inzwischen "sehr gute persönliche Schutzausrüstung der Kameraden", die gut angenommene Kleiderkammer, an der sich 16 der 17 Amtsgemeinden beteiligen, oder die "hervorragende Nachwuchsarbeit" zu berichten. Der Amtswehrführer nutzte vielmehr die Gelegenheit, um für eine Idee zu werben: "Die Feuerwehren des Amtes wünschen sich einen eigenen Brandübungscontainer", sagte Arendt und überraschte damit die Ausschussmitglieder.

Mit dem in Rendsburg stehenden, rund 250 000 Euro teuren Container könne man die Ausbildung der 240 Atemschutzgeräteträger des Amtes Nortorfer Land nicht gewährleisten, stellte Arendt fest. "Der heißt bei uns nur noch ,Rumcontainer, weil er in Rendsburg so rum steht." Dieser Container dürfe nur freitags und sonnabends zum Übungsbetrieb genutzt werden, erzählte der Wehrführer, zudem werden für jeden Übungsdurchgang Gebühren erhoben. Da der Rendsburger Brandübungscontainer zudem sehr störanfällig sei, fahre man inzwischen für die Ausbildung der Feuerwehrleute nach Wankendorf bei Plön, berichtete Arendt weiter. "Dort gehen die Betreiber weitaus flexibler als in Rendsburg mit unseren Wünschen um." Um in Zukunft autark zu sein, wünsche man sich einen Brandübungscontainer für das Ausbildungszentrum der Amtsfeuerwehren in Nortorf. Auch über die Finanzierung habe man sich schon Gedanken gemacht, erklärte Arendt. "Die Anschaffung eines auf unsere Bedürfnisse passenden Übungscontainers für die Gewöhnung der Feuerwehrleute an das Feuer würde rund 7000 Euro kosten. Geld, das wir durch die gemeinsame Kleiderkammer eingespart haben." Zudem seien schon Anfragen von Wehren anderer Ämter eingegangen, die den Container in Nortorf ebenfalls nutzen möchten. "Dafür können wir dann wieder Gebühren verlangen." Geplant sei, einen Standard-TEU-Container umzubauen, in dem dann mit nichtbehandelten Holz-Paletten Feuer entfacht werde. Dabei entstünden Temperaturen von bis 200 Grad. "Das ist ein realistisches Szenario", erlärte der Amtswehrführer.

Um die Finanzsituation der Gemeinden in Zukunft zu verbessern, regte Arendt zudem eine Anpassung der Gebührenordnung an. "Bei einem Fehlalarm einer Brandmeldeanlage rücken 15 Kameraden auch mitten in der Nacht aus. Dafür werden dann auf Grundlage der Gebührenordnung von 1981 - wenn überhaupt - 100 Euro berechnet. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Gängige Praxis seien in dem beschriebenen Fall bereits jetzt 280 Euro pro Fehlalarm. "Sicherheit zum Nulltarif wird es nicht geben. Wir müssen die Gebührenordnungen vereinheitlichen", forderte Arendt, der für seinen Vortrag viel Zustimmung von Seiten der Kommunalpolitiker erhielt.

Diese stimmten anschließend einstimmig für die Einrichtung eines gemeinsamen Pflegestützpunktes mit den Ämtern Flintbek, Bordesholm und Molfsee. "Wir wollen uns mit unserer vorhandenen Sozialstation nicht verschlechtern. Sollte die Finanzierung des Projektes nicht funktionieren, machen wir weiter wie bisher", erklärte Amtsdirektor Dieter Staschewski. Ebenfalls einstimmig votierten die Amtsausschussmitglieder für eine Vereinbarung mit den Stadtwerken Neumünster (SWN) über den Aufbau der Breitbandversorgung. "Das ist kein Vertrag, aus dem Rechte und Pflichten entstehen, sondern lediglich eine Willensbekundung", stellte Staschewski klar. Als Sicherheit, sollten die SWN aus dem DSL-Projekt aussteigen, wurde auch der Gründung eines DSL-Zweckverbandes mit den Ämtern Bordesholm, Eiderkanal, Hohner-Harde, Jevenstedt sowie der Verwaltungsgemeinschaft Mittelholstein zugestimmt. "Mit dem Zweckverband haben wir einen Fuß in der DSL-Tür, sollte der geplante Anschluss durch die SWN nicht funktionieren", so Staschewski. Gleichwohl müsse man Verhandlungen führen, damit dem Amt im Fall der kompletten DSL-Erschließung durch die SWN keine großen finanziellen Belastungen durch den Zweckverband entstehen, lautete der Auftrag der Ausschussmitglieder an den Amtsdirektor. "Ich hoffe, dass wir in Sachen DSL endlich voran kommen", sagte Amtsvorsteher Hans Kaack. "Wir müssen dabei aber immer das komplette Amt im Auge behalten. Es nützt nichts, wenn einige Gemeinden DSL bekommen, andere dafür aber in die Röhre schauen müssen."