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Fußball-Regionalliga Nord VfB Lübeck will mit Robin Kölle in Altona zurück in die Erfolgsspur

Von Sascha Sievers | 29.10.2021, 19:18 Uhr

Nach zwei Niederlagen und zwei Wochen Pause steht der VfB Lübeck am Sonntag beim Tabellenschlusslicht der Fußball-Regionalliga Nord, Altona 93, unter Zugzwang. Ein Spieler der Grün-Weißen ist besonders motiviert.

Knapp zwei Wochen hatte der VfB Lübeck Zeit, um das 0:1 zuletzt gegen den FC St. Pauli II aus den Kleidern zu schütteln, das Selbstvertrauen nach zwei Niederlagen in Folge zu stärken und Kraft zu tanken. Am Sonntag bleiben 90 Minuten Zeit, um den Turnaround zu schaffen und in die Erfolgsspur zu finden. Die Grün-Weißen sind um 14 Uhr zu Gast bei Schlusslicht Altona 93 (5 Punkte) – und wollen sich mit einem Auswärtssieg den fünften Tabellenplatz zurückerobern, der den Einzug in die Meisterrunde bedeutet.

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Die Hoffnungen des Tabellensechsten (14 Punkte) ruhen dabei auf einen Rückkehrer. Robin Kölle steht nach achtwöchiger Verletzungspause (Syndesmosebandriss) vor seinem Comeback.

„Ich bin glücklich, wieder dabei zu sein. Es hat sich super angefühlt, wieder mit der Mannschaft trainieren zu können, das hat mir extrem gefehlt.“
Robin Kölle, Außenverteidiger des VfB Lübeck

Zuletzt nicht eingreifen zu können, sei hart gewesen. Der 20-Jährige habe versucht, von Außen Einfluss zu nehmen. „Ich habe viel mit den Jungs gesprochen, an den Videoanalysen teilgenommen und war auch beim Training oder in den Halbzeitpausen dabei, um Input zu geben. Von Außen hat man doch eine andere Perspektive.“ Nun aber ist Kölle froh, wieder auf dem Platz helfen zu können.

Pfeiffer hofft auf mehr Überzeugung

VfB-Coach Lukas Pfeiffer hofft, dass mit der Rückkehr des agilen Außenverteidigers wieder mehr Durchschlagskraft und Überzeugung in die Offensivaktionen der Grün-Weißen kommt. Und Kölle nährt diese Hoffnung: „Ich bin ein Spieler, der viel über den Einsatz und die Power kommt. In den letzten Wochen hat uns über Außen etwas der Zug gefehlt, da versuche ich immer Gas zu geben. Das hat bis zu meiner und der Verletzung von Mattis Daube gut geklappt und da will ich jetzt wieder anknüpfen“, sagt der Rechtsfuß.

Spielpause hat dem VfB gut getan

So waren neben Standardsituationen in der Trainingswoche auch die Belebung des Flügelspiels und viele Abschlussaktionen zentrale Inhalte. „Wir hatten genug Zeit, um Erfolgserlebnisse zu schaffen und an der Überzeugung zu arbeiten. Das Selbstvertrauen müssen wir uns jetzt über die Spiele zurückholen“, sagt Pfeiffer und betont, das spielfreie Wochenende sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen, „um den Kopf freizubekommen.“

Intensive Trainingswoche

Nach einer Woche, in der Regeneration im Vordergrund stand, freut sich der Coach, dass es zuletzt in den Einheiten intensiv zur Sache ging. „Gerade die jungen Spieler müssen lernen, sich zu wehren und eine gewisse Härte an den Tag zu legen. Auch da haben wir einen Prozess angestoßen, das kommt nicht von heute auf morgen.“

Pfeiffer stellt sich vor seine Mannschaft

Der 30-Jährige stellt sich demonstrativ vor seine Mannschaft, die zuletzt von den eigenen Fans und vom Sportchef kritisiert worden war, nicht alles aus sich herauszuholen. „Die Bereitschaft ist da. Wir werden der eigenen Erwartungshaltung momentan nicht gerecht, den Charakter aber würde ich der Mannschaft niemals absprechen“, stellt Pfeiffer klar, obwohl Rocco Leeser nach dem Spiel gegen Drochtersen/Assel (0:3) öffentlich erklärt hatte, einige Spieler hätten ein Mentalitätsproblem.

Cemal Sezer droht auszufallen

Kölle pflichtet seinem Coach bei: „Der Wille ist absolut gegeben. In den letzten zwei Wochen hat es ordentlich im Training geknallt.“ So heftig, dass sich Angreifer Cemal Sezer in einem Zweikampf eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hat und sein Einsatz in Altona fraglich ist.

Kölle gibt ein Versprechen

„Dass es zur Sache ging verdeutlicht, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das müssen wir jetzt auch im Spiel am Sonntag zeigen“, fordert Kölle und verspricht: „Wir werden alles raushauen.“ Genug Kraft dürften die Lübecker zuletzt getankt haben.

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Infos zum Spiel

Anstoß: Sonntag, 31. Oktober, 14 Uhr, Adolf-Jäger-KampfbahnSchiedsrichter: Yannick Rath (Bremer FV)Hinspiel: 7:0 für LübeckEs fehlt: Abifade (5. Gelbe Karte), Daube (Kreuzbandriss), Schmitt (Stauchungsbruch), Shalom (Kieferbruch), Kuisch (Innenbandriss), Andreasson (Zahn-Op)Fraglich: Sezer (Gehirnerschütterung)Voraussichtliche Aufstellung: Gründemann – Kölle, Grupe, Brackelmann, Lippegaus – Ciapa, Boland – Rüdiger, Taritas, Amamoo – Fakhro