Itzehoe : „Reichsbürger“ schlägt Polizisten wegen einer Blutprobe

Der 35-Jährige wurde betrunken am Lenkrad erwischt - dann wehrte er sich gegen den Drogentest.

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17. November 2016, 15:33 Uhr

Itzehoe | Ein sogenannter Reichsbürger hat in Itzehoe einen Polizisten geschlagen. Nachdem er in der Nacht zum Donnerstag mit 1,1 Promille Atemalkohol und ohne Führerschein am Lenkrad erwischt worden war, wehrte er sich heftig gegen einen Drogentest. Als ein Arzt ihm eine Blutprobe entnehmen wollte, schlug der 35-Jährige heftig um sich und traf dabei einen Polizisten am Unterleib, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Durch seine Äußerungen habe sich der 35-Jährige als „Reichsbürger“ zu erkennen gegeben.

Bislang galten die sogenannten Reichsbürger als Spinner. Mit den Todesschüssen auf einen Polizisten in Bayern Mitte Oktober war diese Bewegung plötzlich ins Rampenlicht geraten. Auch im Norden gibt es „Reichsbürger“ .

Unter Einsatz mehrerer Beamter wurde der 35-Jährige festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht. Nun muss er sich neben dem Verkehrsdelikt auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung verantworten, teilte die Polizei mit.

Die „Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich existiere in den Grenzen von 1937 fort. Viele verweigern die Zahlung von Steuern, Sozialabgaben oder Bußgeldern und erkennen die staatlichen Institutionen und deren Vertreter nicht an.  

In Schleswig-Holstein beobachtet der Verfassungsschutz 40 von ihnen, in Hamburg spricht das Landesamt für Verfassungsschutz von „vereinzelten Fällen“. Erst Anfang November sorgte ein Paar in Handewitt für Aufsehen, weil es seine Waffen zunächst nicht herausgeben wollte.

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