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Schutz der kindlichen Privatsphäre : Zunehmende Digitalisierung prägt das Familienleben

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ein Jugendschützer sucht den Austausch mit den Quickborner Eltern.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Quickborn | Nicole Eickhoff, Koordinatorin im Quickborner DRK-Familienzentrum, ist sich sicher: Die Digitalisierung hat die Familie erreicht und prägt zunehmend deren Alltag. Allerdings habe der Nachwuchs selten ein Vetorecht, wenn Papa und Mama mit auf Facebook hochgeladenen oder via WhatsApp verschickten Fotos Freunde und Familienmitglieder beglücke. „Der Umgang mit Smartphone, Tablet und den sozialen Netzwerken ist bei den Eltern ein ganz großes Thema“, sagte sie und nimmt das zum Anlass, einen entsprechenden Themenabend anzubieten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich die Privatsphäre des Kindes im Zeitalter der digitalen Medien schützen lässt. Moderator und Referent der Veranstaltung, die am Montag, 22. Mai, um 19.30 Uhr im Quickborner Familienzentrum, Talstraße 18, stattfindet, ist der oberste Jugendschützer des Kreises Pinneberg, Jörn Folster.

„Uns liegt an einem Austausch. Wir wollen nicht eineinhalb Stunden belehren, sondern mit den Eltern ins Gespräch kommen“, sagte Folster. In entspannter Runde können Erfahrungen ausgetauscht und Strategien entwickelt werden. Es gehe nicht darum, die Digitalisierung schlecht zu machen oder zu bewerten. „Wir wollen eher ein Bewusstsein dafür wecken, wie wir mit der Privatsphäre unserer Kinder umgehen und welche Tragweite und Auswirkungen das hat“, so Folster.

Auch Eickhoff möchte die Belange des Kindes stärker berücksichtigt wissen. „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie es ein Kind findet, wenn sein ganzes Leben für jeden zugänglich im Internet dokumentiert wird“, sagte sie. Wer damit aufwachse, dass Bilder wahllos gepostet würden, mache das als Erwachsener ebenso. Das sieht Folster ähnlich: „Es geht hier auch um eine Vorbildfunktion.“ Schon wenn Oma ein Bild zugeschickt werde, müsse das Kind vorher gefragt werden. Das sei wie mit dem Kuss der alten Tante, den ein Kind natürlich nicht über sich ergehen lassen müsse.

Für den Jugendschützer Jörn Folster hat die Digitalisierung allerdings auch noch einen anderen Apsekt. „Das Kind steht in Konkurrenz zum Smartphone der Eltern“, sagte er. Die Verlockung sei groß, sich als Eltern mit Hilfe des Smartphones etwas eigene Zeit zu verschaffen und das Kind ruhig zu stellen. „Man muss sich allerdings klar machen, dass die Reize, denen man das Kind damit aussetzt, enorm sind.“ Und das Kind lerne schnell, dass es dann auch nicht mehr ausreiche, wenn es normal auf sich aufmerksam mache. Die Eltern seien dann einfach beschäftigt. Die Teilnahme an der Veranstaltung „Wie kann ich die Privatsphäre meines Kindes im digitalen Medienzeitalter schützen?“ ist kostenlos, aber eine Anmeldung zur besseren Planung der veranstaltung unter Telefon 04106-4410 oder per E-Mail-Adresse koordination.faz-quickborn@ web.de ist notwendig.

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