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Quickborn : Zu wenig Zuschüsse für den Kita-Ausbau

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann befragt die Verwaltung und die Politik, wo in Quickborn der Schuh drückt.

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Quickborn | Der Bedarf an Kita-Plätzen in Quickborn wächst schneller als die nötigen Zuschüsse von Land und Bund. Dieses Problem schilderten Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) und Carsten Möller, Leiter des Rathausfachbereichs Kindertagesstätten, Ehrenamt und Kultur, gestern dem SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann. Er versprach, sich für eine stärkere Förderung einzusetzen. Im Zuge ihres 13. Jahrestreffens sprachen der Bundestagsabgeordnete und Köppl auch über die sogenannte digitale Ertüchtigung der Schulen und die Betreuung Geflüchteter.

Rossmann berichtete, dass der Bund in den Jahren 2017 bis 2020 etwa 1,1 Milliarden Euro in die Schaffung von 100.000 Kita-Plätzen investieren will. Zuvor sei bereits ein Förderprogramm von 550 Millionen Euro für die Jahre 2016 bis 2018 aufgelegt worden. Möller bezweifelt aber, dass davon viel in Quickborn ankommen wird: In einem Papier für die heutige Sozialausschusssitzung rechnete er vor, dass der Bund dem Land 2017 für den Kita-Ausbau 7,4 Millionen Euro zahlen will. Der Kreis Pinneberg erhalte davon 850.000 Euro. Da die Behörde für jeden neuen Kita-Platz einen Investitionszuschuss von etwa 22.000 Euro gewährt, reicht diese Summe nur für die Schaffung von kreisweit 39 Plätzen. Allein die Stadt Quickborn will aber in diesem Jahr an der Feldbehn- und der Zeppelinstraße je eine neue Kita für insgesamt 240 Kinder bauen. Köppl vermutete, dass es im Kreis Pinneberg einen Bedarf von etwa 1000 Plätzen gibt, aber nur die als erstes eingereichten Anträge berücksichtigt werden. „Es lohnt sich nicht mehr, die Anträge zu stellen“, sagte er. Die Vorbereitung koste mehrere tausend Euro. Rossmann versprach, sich dafür einzusetzen, dass der Bund durch seine Haushaltsüberschüsse von 6,34 Milliarden Euro einen Sondertopf einrichtet.

Er erinnerte daran, dass die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) fünf Milliarden Euro für die sogenannte digitale Ertüchtigung der Schulen in Aussicht gestellt hat, pro Einrichtung 125.000 Euro. Die Kommunen sollten ihre Spitzenverbände auffordern, sich in der Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer Bund-Länder-Vereinbarung zu engagieren. Die Schulträger müssten für eine Förderung Konzepte vorlegen. Burkhard Arndt, Leiter des Fachbereichs Bildung, berichtete, dass die Verwaltung zusammen mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schleswig-Holsteins Schulen eine Medienentwicklungsplanung erarbeite.

Rossmann freute sich, dass die Stadt seit 1. Februar in der Kita Zauberbaum einen Mitarbeiter im Zuge des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) für geflohene Kinder einsetzt. Es gebe 10.000 solcher Bufdi-Plätze. Der Bund stelle zudem eine Milliarde Euro für 100.000 Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete bereit. Köppl wies aber darauf hin, dass sich die Stadt keinen Anleiter für solche Beschäftigten leisten könne. „Das ist eine Frage der politischen Entscheidung“, sagte er.

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