Quickborn : „Wir werden nicht weggehen“

Henriette Holm sprach als betroffene Mutter.
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Henriette Holm sprach als betroffene Mutter.

Kita-Erzieher und Schulsozialarbeiter aus dem Kreis Pinneberg und Henstedt-Ulzburg demonstrieren für bessere Bezahlung.

shz.de von
29. Mai 2015, 16:00 Uhr

Quickborn | Zum Abschluss sangen die zirka 100 Erzieher, Schulsozialarbeiter, Gewerkschaftsvertreter, Eltern und Kinder gemeinsam „Wenn du glücklich bist, dann klatsche in die Hand“. Nach Demonstration verließen die streikenden Kita-Erzieher und Schulsozialarbeiter aus dem Kreis Pinneberg und Henstedt-Ulzburg gestern den Quickborner Forumsplatz in dem Wissen, ihren Forderungen Nachdruck verliehen zu haben.

Organisiert worden war die Kundgebung von den Ortsgruppen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft und Verdi. Zu der Veranstaltung waren von der GEW Landesvorsitzender Matthias Heidn und Landegeschäftsführer Bernd Schauer sowie von der Quickborner SPD Astrid Huemke erschienen. Während sich Erzieher der kommunalen Kita Zauberbaum bereits seit drei Wochen im unbefristeten Streik befinden, schlossen sich unter der Woche vier Quickborner Schulsozialarbeiterinnen dem Ausstand an. „Wir haben uns mit der Entscheidung nicht leicht getan, weil jetzt Leute vor verschlossenen Türen stehen, die etwas von uns wollen“, sagte Helga van Ellen, Schulsozialarbeiterin an der Comenius–Schule, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Während ihrer Rede unterstrich sie: „Dieser Streik ist ein Streik aller Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsbereich, eben auch ein Streik der Schulsozialarbeiter.“ Sie und ihre Kollegen forderten wie die Erzieher auch „eine wertschätzende und gerechte Entlohnung“. Zauberbaum-Erzieher Daniel Grosser erklärte, der Ball liege bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). „So lange von dieser Seite nichts kommt, werden wir weiterstreiken.“ Auch in seiner späteren Ansprache betonte er die Entschlossenheit der Streikenden: „Jetzt ist der Augenblick, wo wir dran sind. Deshalb werden wir nicht weggehen. Denn wir sind mehr wert.“ Zumal sich für Rechte einzusetzen im Sinne der Ausbildung eines Demokratieverständnisses beim Nachwuchs sei. „Wir versuchen Vorbilder zu sein. Würden wir das nicht tun, hätten Sie die falschen Angestellten, Herr Köppl und die Herren von der VKA“, richtete Grosser seine Worte an die Adressen von Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU), der nicht anwesend war, sowie an den Zusammenschluss der Arbeitgeberverbände, der gestern in Frankfurt am Main tagte. Als vom Streik Betroffene trat Henriette Holm, Mutter eines Zauberbaum-Kindes, ans Mikrofon. Sie stellte fest, durch den Streik fehle den Kindern seit Wochen der strukturierte Ablauf, die tägliche Arbeit der Erzieher werde unterschätzt. Die Position der Arbeitgeber sei „total unverständlich“. In Anspielung auf das gestern gestartete Schlichtungsverfahren im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL kritisierte Holm die Verhältnismäßigkeit: „Die Bahn bekommt einen Schlichter. Sind Züge wichtiger als Kinder? Das macht mich traurig.“ Derzeit zahlten die Eltern Kita-Gebühren „für nichts. Ich hoffe, dass das Geld, dass die Stadt jetzt einspart, in sinnvollere Dinge fließt als irgendwelche Poller.“

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