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Quickborner Tageblatt

22. September 2017 | 12:06 Uhr

Wie Grundschüler 62 000 Euro sparen könnten

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ausschuss Jacken und Schuhe im Klassenraum anstatt im Flur zu lagern würde Kosten senken

von
erstellt am 14.Mai.2016 | 16:00 Uhr

62  000 Euro würde die Stadt Quickborn sparen, wenn Grundschüler ihre Jacken im Klassenraum und nicht im Flur aufhängen würden. Aber ist das zumutbar? Darüber stritten die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit während ihrer jüngsten Sitzung. Sie sprachen über die anstehende Sanierung des Realschulgebäudes Heidkamp (RSH) für die Kinder der Goethe-Grundschule. Im Sommer 2020 sollen sie einziehen.

Ralf Gercken (Foto), Leiter des Stadtverwaltungsteams für Strategie-Management, wies auf Vorgaben des Brandschutzes hin. „Man untersagt uns, Kleidungsstücke für Schüler im Flur aufzubewahren“, sagte er. Grund: Wenn es im Klassenraum brennt und der Flur der einzige Fluchtweg ist, darf dort nichts stehen oder hängen, was Feuer fangen könnte.

Eine Ausnahme wird nur erteilt, wenn es pro Klassenraum einen zweiten Fluchtweg gibt. „Das geht nur im Erdgeschoss“, erläuterte Gercken. Die Kinder können dort durch das Fenster fliehen. Im Obergeschoss ließe sich zwar zusätzlich zum Treppenhaus eine Außentreppe anbringen. Das regte die Ausschussvorsitzende Ingrid Cloyd-Nuckel (SPD) an. Doch Gercken erläuterte: Der Weg vom Klassenzimmer dorthin führt trotzdem durch den Flur, in dem deshalb keine Jacken hängen dürfen.

Zusammen mit dem Architekten Peter Oschkinat verlegte er daher sämtliche Klassenzimmer in das Erdgeschoss und die Funktions- wie auch Fachräume in die erste Etage. Dadurch werden zusätzliche Kosten in Höhe von insgesamt 62  000 Euro entstehen. Zum einen müssen im Erdgeschoss Wände abgerissen und neu gezogen werden, um einen der Räume auf die erforderliche Größe zu erweitern. Kosten inklusive der Berücksichtigung der Statik: etwa 33  000 Euro.

Weitere 29  000 Euro werden fällig, weil in die zusätzlichen ebenerdigen Klassenräume Waschbecken eingebaut werden müssen. Der Verlauf der Leitungen ist teilweise zu verändern.

Cloyd-Nuckel warf die Frage auf, warum die Schüler ihre Garderobe nicht in den Klassenräumen aufhängen könnten. Katrin Schönebein (CDU) wandte ein: „Wenn ich mir vorstelle, dass die Kinder im Matsch und Regen spielen und dann in den Klassenraum kommen – der Geruch...“ Auch die Reinigungskräfte hätten dadurch mehr Aufwand. Marion Rodde (Grüne) rechnet mit einer Verkleinerung des Zimmers durch eine Garderobe um drei bis 3,5 Quadratmeter.

Cloyd-Nuckel bat darum, die Brandschutzbestimmungen selbst einsehen zu dürfen. Oschkinat betonte aber: „Die Auslegung hängt von der Bauaufsicht ab.“ Gercken erläuterte gegenüber dieser Zeitung, dass die Brandschutzingenieure die Vorgaben anhand eines Brandschutzgutachtens ausgesprochen hätten. „In dem Moment, in dem wir eine andere Grundschule baulich anfassen, werden wir die gleiche Situation haben“, kündigte er an. Der Ausschuss nahm das geänderte Raumkonzept einmütig zustimmend zur Kenntnis.

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