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Zielgruppe: Schüler und Sportler : Wie entwickelt sich der Einzelhandel in Quickborn

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Potenzialanalyse für die Entwicklung des Einzelhandels in der Quickborner Innenstadt liegt vor. Parkplatzsituation umstritten.

Quickborn | „Die Quickborner Innenstadt hat das Potenzial, sich zu entwickeln – allerdings muss der Fokus dabei auf dem Konzept ,Shoppen und Verweilen‘ liegen“, brachte Christina Nitz vom Stadtforschungs- und Planungsbüro Junker & Kruse das Ergebnis der Potenzialanalyse auf den Punkt. Das Gutachten war 2014 in Auftrag gegeben worden, um Leerständen entgegenzuwirken und die festgesetzte Entwicklung voranzutreiben. Am Montagabend wurde die Studie in einer gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgestellt.

„Im Bebauungsplan ist vorgesehen, dass in den Gebäuden in der Bahnhofstraße im Erdgeschoss Platz für Einzelhandelsgeschäfte oder Dienstleistungsbetriebe ist, so dass die Innenstadt vom Bahnhof bis zur Klöngasse zur Flaniermeile wird“, erläuterte Friederike Lattmann, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung im Rathaus.

Welche Geschäfte in Frage kommen könnten und wie die Einkaufssituation sich in Norderstedt und Henstedt-Ulzburg entwickelt, beleuchtete Nitz. „Beide Städte haben aufgerüstet, hier findet ein starker regionaler Wettbewerb statt“, beschrieb Nitz. Dem könne Quickborn nur entgegenwirken, wenn eine „wohltuende Alternative zum schnellen Einkauf“ geboten werde. Deswegen seien nicht Fachmärkte, sondern qualitativ hochwertiger Einzelhandel gefragt.

„Im Bereich Nahrungsmittel können das Geschäfte mit regionalen oder Bio-Produkten sein, ebenso fehlen ein Schlachter und ein Fischgeschäft“, zählte Nitz auf. Im Bereich Kleidung fehlten sowohl Angebote für Herren- als auch für Damenmode. „Im Bereich Junge Mode gibt es überhaupt nichts“, stellte Nitz fest. Insgesamt sei das Angebot für Schüler nicht angemessen – angesichts der Tatsache, dass etwa 3000 Kinder und Jugendliche in Quickborn die Schule besuchten. „Hier gilt es, trendige Lifestyle-Angebote zu schaffen, beispielsweise auch im Bereich der Unterhaltungselektronik“, führte die Stadtforscherin aus.

Ein weitere wichtige Zielgruppe seien die Sportler: „Es gibt hier etwa 5000 aktive Sporttreibende – da steckt viel Potenzial drin“, erläuterte Nitz. Es gelte, nach geeigneten Filialisten zu suchen und diese dann anzusiedeln. Nach dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“ seien sowohl ein zweites Schuhgeschäft als auch ein weiterer Uhren- und Schmuckladen vertretbar. „Die Mischung muss passen – und sie muss auf Qualität, nicht auf Quantität ausgerichtet sein“, betonte Nitz.

Baulücke in der Bahnhofstraße

Besonders wichtig sei dabei, dass die Baulücke in der Bahnhofstraße geschlossen werde und damit der Innenstadtbereich als Einheit wahrgenommen werde. „Die Innenstadt soll zum Verweilen einladen“, bekräftige Nitz. Mit dem Forum und dessen Vorplatz sei zwar ein erster Schritt in diese Richtung gemacht worden, die Parkplatzsituation dort sah Nitz jedoch kritisch. „Der ruhende Verkehr vor dem Edeka-Markt wirkt nicht sehr einladend“, so ihr Eindruck.

„Wir sind uns der Problemlage bewusst, da mussten wir einen angemessenen Kompromiss finden“ sagte dazu Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). „Es gab bei der Planung viele Zwangspunkte, die zu berücksichtigen waren“, erklärte Friederike Lattmann.

„Welche Möglichkeiten hat die Stadt, etwas zu bewegen?“, fragte Marianne Gehrke aus der Stadtmarketing-Gruppe. „Anordnen können wir gar nichts, wir können nur überzeugen“, so Köppls Antwort. Es gelte dabei, die Eigentümer dazu zu bringen, an die Geschäftsräume zu glauben. „Im Hintergrund laufen bereits Gespräche mit dem Eigentümer“, sagte Lattmann zu der Brachfläche in der Bahnhofstraße. Es sei nicht auszuschließen, dass noch 2015 mit der Bebauung der Fläche begonnen werde. „Wir sind optimistisch“, so Lattmann.

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erstellt am 04.Mär.2015 | 16:00 Uhr

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