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Online-Votum zur Gronauquerung : Wer hat hier manipuliert?

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Gegner und Befürworter des Bauprojektes liefern sich einen bizarren Wettstreit im Internet. Quickborns Bürgermeister ist enttäuscht: "Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun."

Erwischt: Unsere Online-Umfrage zum Thema Gronauquerung ist manipuliert worden. Zu diesem Fazit kommt Denis Krick, Online-Redakteur dieser Zeitung. „Es hat in Quickborn in sehr kurzer Zeit sehr viele Stimmabgaben gegeben. Vergleicht man diese mit den Zugriffszahlen der restlichen Seiten oder mit den zwei noch laufenden Abstimmungen auf unserer Internetseite, so ist eine große Unregelmäßigkeit zu erkennen“, beschreibt er seine Beobachtungen der vergangenen Tage.

Auch Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) hat den Braten gerochen: Ab dem 10. September konnten unsere Leser im Zuge unseres neuen Internetauftritts darüber abstimmen, ob sie für die geplante Gronauquerung oder dagegen sind oder ob es ihnen egal ist.

Zunächst verlief das Votum in einer überschaubaren Größenordnung. Bereits einen Tag später rief Köppl morgens in unserer Redaktion an und teilte mit, dass es einen sprunghaften Anstieg der abgegebenen Stimmen auf Seiten der Gegner gegeben habe. Nach dem Anruf kehrte sich das ins Gegenteil um: Innerhalb kürzester Zeit stieg die Zahl der Befürworter rasant an.

Gestern hat Krick die Umfrage von unserer Website genommen. Danach stimmten 2665 Teilnehmer für die Gronauquerung, 1098 dagegen und 13 ist es egal, ob die geplante Umgehungsstraße von Quickborn-Heide in den Ort realisiert wird oder nicht. Doch Krick betont: „Hier wurde im großen Stil manipuliert. Dahinter steckt eine gewisse Energie.“

Doch wer hat etwas von einer Beeinflussung des Ergebnisses? Tatsache ist: Die CDU ist für die Gronauquerung, die SPD dagegen. Beide zogen mit diesem Thema in den Kommunalwahlkampf.

Köppl spricht Tacheles: „Ich bin enttäuscht von beiden Seiten. Das dient nicht der Meinungsfindung. Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun“, kommentierte er gestern das Ergebnis.

Wie leicht sich eine Umfrage manipulieren lässt, erläutert Krick: „Man muss seinen Browser-Verlauf und die Cookies löschen. Dann kann man wieder erneut an der Abstimmung teilnehmen.“ Theoretisch könnte man auch anhand der IP-Adresse überprüfen, ob immer wieder dieselben abstimmen würden, aber „aus Gründen des Datenschutzes speichern wir keine IP-Adressen“, sagt Krick. Dennoch sieht er in der Manipulation der Umfrage zur Gronauquerung „eine klare Missachtung des Tools. Man sollte nicht annehmen, dass das nicht erkannt wird“, sagt Krick. Die Online-Umfragen seien generell zwar nicht repräsentativ, eigneten sich aber, um ein Stimmungsbild zu erhalten.

Das sieht Köppl genauso. Er kann sogar der manipulierten Umfrage etwas Positives abgewinnen: „Das Thema ist wichtig. Es gibt ein starkes Interesse. Das sieht man sowohl an den ersten Reaktionen als auch bei den beiden Gruppen, die sich viel Arbeit bei der Abstimmung gemacht haben.“

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erstellt am 20.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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