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Neue Grundstücke am Bendloh : Wer darf in Tangstedt bauen?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einheimische oder junge Familien? Die Parteien sind unterschiedlicher Auffassung, wer in der Gemeinde Anrecht auf ein Grundstück hat.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Zwei Beschlussvorschläge zu einem Tagesordnungspunkt: Für die Vergabe der Grundstücke des neuen Baugebiets am Bendloh mit etwa 16 Wohneinheiten haben sowohl die Tangstedter CDU- als auch die FDP-Fraktion im Vorweg der nächsten Sitzung des Bau-, Wege- und Umweltausschusses ihre Vorschläge zu Papier gebracht. Welcher sich durchsetzten wird oder ob ein Kompromiss gefunden werden kann, stellt sich am Mittwoch, 22. Oktober, heraus.

Bereits zur vergangenen Sitzung im August legte die CDU einen Antrag vor, in dem gefordert wird, zunächst vorrangig den örtlichen Wohnbedarf zu decken. „Wir wollen jungen Tangstedtern ein Vorkaufsrecht einräumen“, sagt die kommissarische CDU-Fraktionsvorsitzende Tina Pechan. Nach dem Vorbild des Rellinger „Junges Wohnen“-Projekts liegt der Vergabe ein Punktesystem zugrunde, bei dem nach unterschiedlichen Kriterien die Höchstpunktzahlen ermittelt und danach die Grundstücke vergeben werden.

Dabei spielt zwar auch die Familiensituation eine Rolle, doch für die FDP-Fraktion offenbar nicht deutlich genug: Sie beantragt, die Grundstücke in erster Linie an junge Familien zu vergeben. Laut Beschlussvorschlag sollen Käufer zu einem bestimmten Stichtag entweder mindestens ein Kind im Kindergartenalter oder jünger haben oder nicht älter als 38 Jahre sein.

„Die Vergaberichtlinien aus Rellingen erscheinen uns rechtlich nicht abgesichert und viel zu kompliziert“, sagt Annette Berg von den Liberalen. Durch eine Bevorzugung von Tangstedtern bei der Vergabe von Grundstücken könne zudem eine Diskriminierung von Nicht-Ortsansässigen vorliegen, heißt es in der Begründung weiter. „Wir finden, dass es ausreicht, wenn die Tangstedter Bürger vier bis acht Wochen vor dem für die Vergabe maßgeblichen Stichtag informiert werden“, betont Berg.

Über die Bedenken hinsichtlich einer Diskriminierung von Bürgern, die nicht aus Tangstedt kommen, wundert sich wiederum Pechan: „Ist es keine Diskriminierung, wenn wir diejenigen, die älter als 38 Jahre sind oder die, die keine Kinder wollen, von vorn herein ausschließen?“, fragt sie. Die Debatte im Gemeindezentrum (Brummerackerweg 5) beginnt um 20 Uhr.

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