Wenn gelangweilte Witwen rauben

Während die drei Damen sich nicht von ihrem Plan abbringen lassen wollen, gerät Kerstin (links) mit ihrem Freund Norbert in Streit.
1 von 2
Während die drei Damen sich nicht von ihrem Plan abbringen lassen wollen, gerät Kerstin (links) mit ihrem Freund Norbert in Streit.

Theater Quickborner Speeldeel probt plattdeutschen Schwank „Rommé to drütt“ / Premiere am Sonnabend, 8. Oktober

von
21. September 2016, 16:00 Uhr

Drei Witwen wollen eine Bank ausrauben. Aber nicht der Mangel an Geld treibt die Damen auf die schiefe Bahn, sondern die pure Langeweile. „Sie sind der Überzeugung: Das Leben ist zu Ende“, erläuterte Mirella Maaß. Sie führt in dem neuen Stück der Quickborner Speeldeel erstmals Regie. „Rommé to drütt“ heißt der Schwank aus der Feder der Husumer Autorin Petra Blume, dessen Premiere die Truppe am Sonnabend, 8. Oktober, im Artur-Grenz-Saal in Quickborn, Am Freibad 7, feiern will. Und Rommé zu dritt zu spielen reißt Herta (Regina Dwinger), Lisa (Maja Hennings) und Agnes (Ilse Dorra) längst nicht mehr vom Hocker.

Während ihres Kartenspielens bei Tee und Plätzchen schmieden die Rentnerinnen einen Plan. „Sie haben gehört, dass die Verhältnisse im Altenheim nicht die besten sind“, berichtete Maaß, Tochter der Regisseurin Bibi Maaß. Die Witwen wollen ihre Beute daher selbstlos der städtischen Einrichtung spenden, frei nach dem Motto: Spaß haben und dabei Gutes tun. Beherzt überlegen sie sich eine raffinierte Maskerade und üben es, sich unauffällig darin zu bewegen.

Der Plan scheint verheißungsvoll, da kommt ihnen Hertas aufrichtige Enkelin Kerstin (Rahel Dorra) dazwischen. Das Mädchen hat Lunte gerochen und will die Damen vor dem Weg ins Verderben bewahren. Anfänglich hilft ihr Freund Norbert (Peter Lange) dabei, doch dann geraten auch die beiden aneinander. Die drei Witwen indes wollen sich nicht um ihr Abenteuer bringen lassen. „Das Publikum kann mit den Damen mitfiebern, ob sie es schaffen“, kündigte Maaß an. Während der zweistündigen Aufführung des Dreiakters werde es genug Gelegenheiten zum Lachen geben. „Wir haben bei den Proben sehr viel Spaß und entwickeln viel“, berichtete Maaß. Jeder Darsteller könne seine individuellen Ideen einbringen. In der vorigen Saison stand Maaß noch auf der Bühne. Der zweite Vorsitzende Udo Thomsen freut sich, dass sie die Regie übernommen hat. „Da wir an Nachwuchs denken müssen, brauchen wir jemanden, der mal frischen Wind reinbringen kann“, sagte er während der jüngsten Probe. Die bisherige Regisseurin Bettina Radecki und der Vorsitzende Jens Rapude unterstützen Maaß bei der Aufgabe. Radecki werde auch im Frühjahr wieder Regie führen. „Aber man kann das nicht immer zweimal pro Woche machen“, so Thomsen. Die Speeldeel probt das Stück intensiv seit dem Ende der Sommerferien.

„Es gibt sehr viel zu beachten“, stellte Maaß fest. Als Regisseurin müsse sie nicht nur die Schauspieler zusammenhalten, sondern auch das Bühnenbild, die Frisuren, die Kostüme und das Make-up koordinieren. Sie vermutet: „Am schwersten an der Premiere wird, dass man nicht mehr eingreifen kann und die Schauspieler machen lassen muss. Das ist das Aufregende“, sagte sie.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen