Wenn aus Spaß bitterer Ernst wird

Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse (links) und Michaela Berbner vom Wendepunkt thematisieren, was viele totschweigen.
Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse (links) und Michaela Berbner vom Wendepunkt thematisieren, was viele totschweigen.

Aktionswoche zu Themen „Sexting“ und „Cyber-Grooming“ / Kooperation der Quickborner Stadtjugendpflege und des Wendepunkts

shz.de von
13. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Kommunizieren über soziale Netzwerke ist das Normalste auf der Welt. Computer und das Smartphone gehören für Kinder und Jugendliche heute zu Selbstverständlichkeiten. Mal eben schnell ein Foto hochladen, und dann ist es passiert: Im Internet kommt es regelmäßig zu öffentlichen Bloßstellungen unvorstellbaren Ausmaßes. Gemeinsam mit der Quickborner Stadtjugendpflege veranstaltet der Wendepunkt eine Aktionswoche für Schüler der achten Klassen der Comenius-Schule. Auch das Kinderhilfswerk beteiligt sich.

„Wir wollen mit dieser Aktion Hemmschwellen abbauen. Dieses Thema ist mit viel Scham- und Schuldgefühlen verbunden“, erläuterte Michaela Berbner vom Wendepunkt.

Anfang November werden Projekte in den Klassen angeboten. Sie dauern jeweils vier Stunden und beschäftigen sich mit den Gefahren der Internet-Kommunikation. Lehrkräfte bekommen am Montag, 12. November, die Chance, etwas über dieses Thema zu lernen. Eingeladen sind alle pädagogischen Fachkräfte aus Quickborn. Los geht es im Haus der Jugend, Ziegenweg 3, um 15 Uhr. Das Angebot ist kostenfrei. Auch Eltern haben die Möglichkeit, sich während eines Elternabends am Montag, 12. November, über das Thema zu informieren. Mütter und Väter von Schülern der achten Klassen aller weiterführenden Schulen in Quickborn sind angesprochen. Los geht es ebenfalls im Haus der Jugend um 19 Uhr. Es werden Wege aufgezeigt, wie Eltern konstruktiv und förderlich mit der Situation umgehen können. „Wir wollen damit auch die Eltern erreichen, parallel zur Arbeit mit den Schülern“, erklärte die Stadtjugendpflegerin. Das Projekt solle lediglich als Anstoß dienen: „Das ist erst ein Anfang. In dieser Form wurde so etwas noch nicht bei uns durchgeführt“, sagte Hesse.

Insbesondere die Themen „Sexting“ und „Cyber-Grooming“ werden in der Aktionswoche thematisiert. Der Begriff „Sexting“ steht für die private Kommunikation über sexuelle Themen, unter anderem werden dabei auch Daten mit sexualisiertem Inhalt versendet. „Wir wollen den Schülern zeigen, welche Regeln sie befolgen sollen und wie sie sich schützen können. Was passiert, wenn ich Bilder geteilt habe und wie sollte ich mich im Ernstfall verhalten“, erklärte Berbner. Die Anonymität des Internets ermögliche es Erwachsenen, ein auf bewussten Lügen basiertes Vertrauen im Kontakt mit Heranwachsenden zu erzeugen. Kinder und Jugendliche werden zum Verraten von persönlichen Informationen, Verschicken von expliziten Bildern bis hin zu sexuellen Handlungen vor der Kamera gebracht. Dies wird als Cybergrooming bezeichnet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen