Quickborn : Wanderung durch die Natur: Gisela Oden-Behrendt führt durch das Himmelmoor

Naturfreunde verfolgen mit großem Interesse die Experimente von Natur- und Landschaftsführerin Gisela Oden-Behrendt.
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Naturfreunde verfolgen mit großem Interesse die Experimente von Natur- und Landschaftsführerin Gisela Oden-Behrendt (rechts).

Zwölf Naturfreunde erkunden mit einer Führung den besonderen Lebensraum von Tieren und Pflanzen im Himmelmoor.

shz.de von
28. Mai 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | „Das passt ja gut heute“, sagte Gisela Oden-Behrendt erfreut zu den zwölf Naturliebhabern, die sich ihr am Sonntagmorgen zur Frühlingswanderung durchs Himmelmoor angeschlossen haben. Die Quickborner Natur- und Landschaftsführerin meinte damit die 75-prozentige Luftfeuchtigkeit, die begünstigte, dass sich viele kleine Jungfrösche in Ufernähe aus dem Wasser heraustrauten.

Seit 12 Jahren Himmelmoor-Führungen

Die Naturfreunde erhielten außer dem morgendlichen Quakkonzert die Möglichkeit, die putzigen Amphibien, die gerade dabei sind, das Stadium der Kaulquappe hinter sich zu lassen, aus nächster Nähe zu betrachten. Oden-Behrendt lädt seit zwölf Jahren regelmäßig zu Himmelmoor-Führungen mit unterschiedlichem Themenschwerpunkt ein: Mal stehen die Vogelstimmen im Vordergrund, ein anderes Mal können die Teilnehmer Fledermäuse am Nachthimmel beobachten. Sonntagmorgen erläuterte die Naturführerin auf einem zweieinhalbstündigen Spaziergang Interessierten die Entstehung und die Besonderheiten des Lebensraums Moor.

Das Himmelmoor ist mit einer Fläche von 600 Hektar das größte Hochmoor in Schleswig-Holstein. Seine Ursprünge gehen auf das Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren zurück. Im Laufe von Jahrtausenden verlandete ein in einer Senke entstandener See. Es entwickelte sich zunächst ein Niedermoor, das weiter zu einem mächtigen Hochmoor anwuchs. An der höchsten Stelle war der Torf zehn Meter hoch. Ab 1780 wurde das Himmelmoor zur Schaffung von Agrarflächen und zum Torfabbau entwässert. 2020 endet die Abbauzeit offiziell, tatsächlich werden die Arbeiten schon in diesem Jahr eingestellt. Umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung laufen seit mehreren Jahren.

Himmelmoor in Teil von Natura 2000

Wegen seiner Artenvielfalt gehört das Himmelmoor als „Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet“ zum Netz besonderer europäischer Schutzgebiete mit der Bezeichnung Natura 2000. „Weitere Bestrebungen laufen, dass es sogar den Status Naturschutzgebiet bekommt“, erläuterte Oden-Behrendt. Auf ihrem Erkundungsrundgang kamen die Naturliebhaber an einer bereits renaturierten Hochmoorfläche vorbei. Sie erkundeten die dort wachsenden typischen Pflanzen wie Torfmoos, Wollgras, Glockenheide, Pfeifengras und auch den zu den fleischfressenden Pflanzen gehörenden Sonnentau. „Ich gehe dahin, wo es interessant ist. Das Himmelmoor ist am spannendsten“, sagte Annegret Stockfleth aus Elmshorn und sprach damit auch den anderen Teilnehmern aus dem Herzen.

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