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Was treibt Menschen in die Sucht? : Vortragsreihe der ATS-Beratungsstelle in Quickborn

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Beratungsstelle informiert an sechs Abenden über Ursachen und Wege aus der Abhängigkeit.

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Quickborn | Viele Menschen missbrauchen Medikamente zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. Bettina Taschinski von der Beratungsstelle Quickborn der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS) kennt dieses Problem aus ihrer Arbeit.

„Das ist ein Thema in der Oberstufe“, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Bei Studierenden sei der Medikamentenmissbrauch gang und gäbe. In den USA greife inzwischen jeder dritte Studierende und jeder vierte Professor zu Arzneimitteln, zu einer erhöhten Ausschüttung von Glückshormonen führten und die Konzentration steigerten.

Zudem sei das Einstiegsalter für den Cannabis-Konsum von 15 auf 13 Jahren gesunken. „Mir wird oft gespiegelt, wie normal der Konsum von bestimmten Stoffen geworden ist“, berichtete Taschinski. Viele Jugendliche sagten zur ihr: „Jeden Tag Alkohol ist doch völlig okay.“ Es fehle das Bewusstsein für das rechte Maß. Wie viel Alkohol und Medien kann ein Mensch bedenkenlos konsumieren? Ab wann wird es kritisch? Was passiert, wenn jemand die Kontrolle verliert? Wer hilft dann?

Solche Fragen möchte das Quickborner ATS-Team im Zuge einer sechsteiligen Vortragsreihe zum Thema Sucht ansprechen. Zugleich wollen sich die sieben Pädagogen, die im vergangenen Jahr 275 Menschen berieten, der Öffentlichkeit vorstellen. „Wir sind da, um zu beraten. Das bedeutet nicht, dass da schon ein Problem da sein muss“, erläuterte der Teamleiter Hauke Behnk. Die Vorträge richten sich daher an Betroffene, Angehörige und Menschen, die sich einfach informieren möchten.

Behnk wird am Montag, 9. Mai, über die Entstehung von Sucht sprechen. Er wird erläutern, warum ein Mensch süchtig wird, ein anderer aber nicht und wie eine Suchterkrankung verläuft. Melanie Berg wird am Montag, 23. Mai, über Co-Abhängigkeit informieren. Sie will aufzeigen, wie Angehörige einem Suchtkranken helfen können – und welches gut gemeinte Verhalten ihn wahrscheinlich immer tiefer in die Sucht treibt.

Marlies Thies und Caroline Ruge werden am Montag, 30. Mai, die Angebote der Suchthilfe darstellen. Zum Beispiel erläutern sie die Unterschiede zwischen Entgiftung und Entwöhnung, zwischen Wohngruppen und ambulanter Betreuung im eigenen Wohnraum. Behnk spricht am Montag, 6. Juni, zu dem Thema „Führerschein weg – und nun?“ Wie Kinder die Sucht ihrer Eltern erleben, stellt Taschinski am Montag, 13. Juni, dar. Wie Betroffene und Angehörige mit einem Rückfall umgehen können, erläutert Damaris Brammer am Montag, 20. Juni. Die Vorträge im Haus der ATS-Suchtberatungsstelle, Am Freibad 23, beginnen  jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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