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Jung-Politikerin in Hasloh : Von null auf hundert

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das CDU-Mitglied Anne Worthmann ist seit Mai im Gemeinderat aktiv - für sie ist es das erste kommunalpolitische Amt.

von
erstellt am 24.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Es war dieses eine Telefonat, das den Stein ins Rollen brachte: „Die Hasloher CDU-Vorsitzende Dagmar Steiner rief an und wollte meinen Mann Stefan, der stellvertretender Vorsitzender ist, sprechen“, erzählt Anne Worthmann. Der aber war nicht zu Hause und so kamen die beiden Frauen ins Gespräch – das letztlich dazu führte, dass Anne Worthmann im Kommunalwahlkampf für die CDU kandidierte. Und prompt einen Sitz im Gemeinderat bekam. Obwohl sie noch nie kommunalpolitisch tätig war, übernahm Worthmann obendrein den Vorsitz des Sozialausschusses.

„Die Berichte meines Mannes von Fraktionssitzungen und der ehrenamtlichen Arbeit der Kommunalpolitiker haben mich beeindruckt“, berichtet Worthmann. Im Telefonat mit Steiner seien auch die Themen Offene Ganztagsschule und Kindergartenplätze angesprochen worden.

„Davon sind wir als Eltern einer zweijährigen Tochter selbst betroffen“, sagt Worthmann. Zumal beide berufstätig und damit auf Kinderbetreuung angewiesen sind. Erste Bedenken, Kind, Haushalt, Beruf und Politik nicht unter einen Hut zu bekommen, konnten von den Fraktionskollegen zerstreut werden. „Wir unterstützen dich“, lautete das klare Signal. Also legte Worthmann los. „Ich habe mir den Vorsitz des Sozialausschusses zugetraut“, sagt Worthmann.

Die Entscheidungen, die dort anstehen – etwa die Anschaffung des Inventars für die neue evangelische Kindertagesstätte – seien nicht einfach, müssten aber getroffen werden. „Ich war sehr nervös vor der Sitzung, in der darüber beraten wurde“, gibt die 33-Jährige offen zu. Doch ihre Vorarbeit trug Früchte: Sie legte den Mitgliedern des Ausschusses Lösungsvorschläge auf den Tisch, über die offen diskutiert wurde. Das Ergebnis: Ein parteiübergreifender Konsens und die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich seitdem in enger Abstimmung mit der Verwaltung und der Kindergartenleitung um die Anschaffung kümmert.

Hilfestellung bekam Worthmann auch von ihrer Vorgängerin Katja Langefeld. „Sie hat mir alle Unterlagen zur Verfügung gestellt, so dass ich mich zügig in die Themen einarbeiten konnte“, berichtet die Jung-Politikerin. Ehemann Stefan, von Beruf Unternehmensberater, steht bei Fragen zum Haushaltsplan der Gemeinde hilfreich zur Seite. Dennoch warteten auch einige Fettnäpfchen auf sie: „Es gibt da so ein paar ungeschriebene Traditionen, bei denen vorausgesetzt wird, dass jeder sie kennt – aber keiner sagt etwas“, so Worthmanns Erfahrung.

Auch neue Ideen wurden skeptisch beäugt. Etwa, als sie die Tortenbäckerinnen des Dorfs aufrief, für die Seniorenweihnachtsfeier eine eigene Kreation zu stiften. „Wir erhielten so viele Zusagen, dass wir die Aktion stoppen mussten . Was wir bekamen, war ein regelrechter Torten-Traum“, schwärmt Worthmann. Doch nicht überall kam der Aufruf gut an: „‚Jetzt muss die Gemeinde schon betteln gehen’ hieß es hinter vorgehaltener Hand“, erzählt Worthmann, die sich für solche Fälle inzwischen ein dickeres Fell zugelegt hat.

Die Mehrarbeit durch ihre politische Aktivität bereut sie nicht – im Gegenteil: „Im Sommer kamen öfters mal spontan andere Politiker zu Besuch in den Garten“, berichtet Wortmann. Das sei davor nicht der Fall gewesen. „Vorher haben wir nur in Hasloh gewohnt, jetzt leben wir hier. Wir sind angekommen“, beschreibt sie ihr neues Lebensgefühl.

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