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Quickborner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:42 Uhr

Austausch : Von Maryland nach Quickborn

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

17-jährige US-Amerikanerin verbringt ein Austauschjahr in Deutschland.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Quickborn | „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Brot gegessen“, antwortet Alaina Feinberg lachend auf die Frage nach den Unterschieden zwischen ihrer Heimat und Deutschland. Die Fenster habe sie am Anfang auch nicht öffnen können, sagt die US-Amerikanerin, die nach einem halben Jahr in Quickborn keinerlei Probleme hat, deutsche Sätze zu bilden. Seit Oktober wohnt die 17-Jährige bei Familie Zylinsky in der Eulenstadt. Ihre Heimat Ellicott City liegt etwa 6000 Kilometer entfernt im US-Bundesstaat Maryland.

Alaina Feinberg ist Stipendiatin des deutsch-amerikanischen Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP). Ihr Pate ist Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann (SPD), der die derzeitige Schülerin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums gestern bei ihrer Gastfamilie in Quickborn besuchte. Seit fast 15 Jahren begleite er Stipendiaten. Rossmann sagt: „Wir nähern uns immer weiter an.“

Die 17-jährige US-Amerikanerin kann das nur bestätigen – obwohl, kleine Unterschiede gebe es natürlich. „Wir haben keine mündlichen Noten, bei uns wird während des Unterrichts nicht so viel diskutiert“, sagt sie. Gemeinsam mit Gastschwester Julia unternimmt sie viel. Die ebenfalls 17-jährige Quickbornerin, die selbst ein Jahr bei einer amerikanischen Familie in einem Vorort von Chicago verbracht hatte, überzeugte ihre Eltern, eine Austauschschülerin bei sich aufzunehmen.

Alaina spielt leidenschaftlich Basketball und hat sich einem Team beim TuS Holstein angeschlossen. Dennoch sagt sie: „Ich will unbedingt ein Spiel des HSV sehen. Fußball ist so deutsch.“ Gemeinsam mit ihren Gasteltern Andrzej und Brigitte sowie ihren Gastgeschwistern Julia und Philip besuchte sie bereits zahlreiche Städte wie Hamburg, München, Straßburg, Düsseldorf, Köln und Warschau. Eine Fahrt an die Nord- und Ostsee steht noch aus, ebenso die Tour in die Hauptstadt. Im Juni treffen sich alle amerikanischen PPP-Stipendiaten in Berlin.

Rossmann bedankte sich indes bei den Zylinskys für ihre Bereitschaft, sich an dem Programm zu beteiligen. „Ich hoffe, dass sich auch in Zukunft viele Familien aus dem Kreis Pinneberg melden“, sagte der Bundestagsabgeordnete und fügte an: „Wie haben großes Interesse daran, dass junge Amerikaner nach Deutschland kommen.“

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) gibt es seit September 1983. Damals vereinbarten der Kongress der Vereinigten Staaten und der Bundestag einen beidseitigen Jugendaustausch anlässlich des 300.  Jahrestags der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika. In den USA heißt das Programm Congress Bundestag Youth Exchange (CBYX). Seitdem vergibt der Bundestag jedes Jahr Stipendien für ein Austauschjahr an Schüler und junge Berufstätige. Ab Mai  können sich Interessierte für das 33. PPP 2016/17 bewerben. Zudem werden Gastfamilien für die amerikanischen Stipendiaten gesucht.
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