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Eingestellt für Quickborn : Vier neue hauptamtliche Helfer

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Zwei Vollzeitkräfte und zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen in Teilzeit betreuen seit einer Woche Geflüchtete in Quickborn.

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 16:30 Uhr

Quickborn | Sie stecken voller Tatendrang: Vier neue hauptamtliche Kräfte für die Betreuung geflüchteter Menschen in Quickborn haben vor etwa einer Woche ihre Dienste angetreten. Ehrenamtskoordinator Mathias Wittig stellte am Montag im evangelischen Gemeindehaus Christian Chinery, Mirija Mullikas, Richard Döbler und Felicitas Straßberger vor. Etwa 40 Ehrenamtliche hatten sich zum Runden Tisch versammelt.

Wittig freute sich über die Unterstützung. Er betreute mit einer halben Stelle zuletzt etwa 150 Helfer, die sich um ungefähr 370 Schutzsuchende kümmern. „Ich bin am Ende der Fahnenstange angekommen“, sagte er gegenüber dem Quickborner Tageblatt. Deshalb schlossen die Stadt Quickborn, das Diakonische Werk Hamburg-West/Südholstein und der Caritasverband für Schleswig-Holstein einen Kooperationsvertrag, um Fachkräfte einzustellen. Die Stadt finanziert sie aus der Integrationspauschale des Landes.

Chinery und Mullikas sind beim Diakonischen Werk angestellt. Sie arbeiten im Haus Roseneck, Kieler Straße 95. Der 35-jährige Diplom-Theologe Chinery lebt in Barmstedt. Er betreut mit einer vollen Stelle Geflüchtete im Alltag und unterstützt damit die ehrenamtlichen Helfer. Sein Vorteil: Er beherrscht acht Sprachen, unter anderem Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Flämisch.

Die Verwaltung

Mullikas unterstützt ihn, indem sie mit einer Viertelstelle (9,75 Wochenstunden) Verwaltungsaufgaben übernimmt. Ehrenamtlich betreut die Hamburgerin mit Quickborner Wurzeln seit Längerem drei geflüchtete Familien. Sie hat sich bereits seit Langem beim Runden Tisch engagiert.

Döbler und Straßberger sind bei der Caritas angestellt. Ersterer absolvierte Anfang 2015 seinen Master in Geschichte. Anschließend arbeitete er bei dem städtischen Unternehmen „fördern und wohnen“ in Hamburg in der Betreuung Geflüchteter. In Quickborn berät und betreut der 30-jährige Kieler mit einer vollen Stelle Schutzsuchende. Er kennt den Orient durch ein Freiwilliges Soziales Jahr in Israel und eine Reise durch den Iran.

Döbler hat ein Büro in den Räumen der katholischen Kirche, Kurzer Kamp 2. Anzutreffen ist er dort montags von 13 bis 16 Uhr, dienstags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 18 Uhr. Zusätzlich arbeitet er donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr im Rathaus im Caritas- und Diakonie-Büro. Er ergänzt damit das Angebot der Migrationssozialberaterin Sviatlana Fregin, die dort montags bis mittwochs tätig ist.

Straßberger arbeitet ebenfalls am Kurzen Kamp und erledigt mit einer Viertelstelle Verwaltungsaufgaben, die bei der Flüchtlingsbetreuung anfallen. Die Sozialpädagogin in Rente engagiert sich im Vorstand der katholischen Kirchengemeinde und richtet seit 15 Jahren das Quickborner Ausländerfest aus. Telefonisch sind Straßberger und Döbler unter 04106-82375 erreichbar. Ehrenamtliche Helfer werden weiterhin gesucht. Sie treffen sich am Montag, 6. Juni, ab 18 Uhr im Gemeindehaus, Ellerauer Straße 2.

Die Verträge der vier hauptamtlichen Kräfte sowie von vier Dolmetschern in geringfügiger Beschäftigung sind zunächst bis zum 31. Dezember 2016 befristet. Die Stadt Quickborn finanziert sie aus der Integrationspauschale des Landes. Es zahlte ab 1. Juli 2015 pro Kopf einmalig 900 Euro. Bis Jahresende nahm Quickborn nach Aussage von Volker Dentzin, Leiter des Fachbereichs Einwohnerangelegenheiten, etwa 170 Personen auf und erhielt demnach 153.000 Euro. Ab 1. Januar 2016 stellte das Land pro Geflüchtetem einmalig 1000 Euro bereit, seit 1. März das Doppelte. Da die Stadt seit Januar etwa 90 Schutzsuchende aufnahm, steht ihr demnach bisher ein Zuschuss von etwa 144.000 Euro zu. Die Stadt gibt für die hauptamtlichen Kräfte, die Dolmetscher und Sachkosten in diesem Jahr knapp 128.000 Euro aus. Das Problem: 2017 wird das Land nur dann weitere Zuschüsse zahlen, wenn neue Flüchtlinge kommen. Die bisher eingetroffenen Menschen bleiben aber zu 80 Prozent in Deutschland, berichtete Christian Rohde, Mitarbeiter des Diakonischen Werks und Leiter der Quickborner Werkstatt. Ihre Integration werde etwa fünf bis sechs Jahre lang dauern. „Dafür müssen wir kämpfen“, sagte er. Dieser Kampf wird sich daher auch als ein Ringen um Zuschüsse darstellen. Dentzin sieht drei Möglichkeiten für die Zeit ab 2017: „Entweder reduziert man den Betreuungsaufwand oder man sagt: ‚Das leisten wir uns.‘ Oder das Land bietet eine Alternativ-Finanzierung an.“ Er rechnet damit, dass die Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung nach den Sommerferien beginnen werden.
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