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Quickborn und Bönningstedt : Viele Eltern bangen um Kita-Plätze

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mit Hochdruck arbeitet Quickborn auf die Eröffnung zwei neuer Kitas mit insgesamt 240 Plätzen hin. Die Zeit ist knapp. Auch in Bönningstedt fehlen 30 Kita-Plätze.

Quickborn | Viele Mütter und Väter in Quickborn-Heide sorgen sich, ob sie Betreuungsplätze für ihre Kinder ab Sommer finden. Etwa 20 Eltern besuchten am Dienstag die Sitzung des Sozialausschusses. Eine Mutter sagte: „Wir haben die wirtschaftliche Angst, ob ich im Sommer noch arbeiten kann. Ich bin eine Führungskraft in einem Unternehmen. Wir brauchen mein Gehalt.“

Etwa 20 Eltern, vor allem aus Quickborn-Heide, besuchten am Dienstag die Sitzung des Sozialausschusses. Sie befürchten, keinen Betreuungsplätze für ihre Kinder zu finden.
Etwa 20 Eltern, vor allem aus Quickborn-Heide, besuchten am Dienstag die Sitzung des Sozialausschusses in Quickborn. Sie befürchten, keinen Betreuungsplätze für ihre Kinder zu finden. Foto: Jan-Hendrik Frank
Wie berichtet, plant die Stadt aufgrund des kontinuierlich steigenden Bedarfs den Bau von zwei neuen Kitas. Die Arbeiterwohlfahrt soll eine Einrichtung mit 30 Krippen-, 60 Elementar- und etwa 30 Hortplätzen an der Zeppelinstraße betreiben.

Das Datum der Fertigstellung ist aber noch ungewiss. Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten, will den Bau- und den Zeitplan am Dienstag, 7. März, im Sozialausschuss vorstellen. Er berichtete, dass die Verwaltung den notwendigen Bebauungsplan immerhin im vereinfachten Verfahren erstellen dürfe.

Die Anerkannte Schulgesellschaft (ASG) betreibt an der Feldbehnstraße die private Freie Grund- und Gemeinschaftsschule Quickborn, zurzeit in Containern. Sie will dort in Etappen ein Schulgebäude errichten und im Erdgeschoss im August oder September eine Kita mit 40 Krippen- und 80 Elementarplätzen eröffnen. Der Geschäftsführer Elmar Süß betonte: „Das ist ein sehr anspruchsvoller Zeitplan, zumal der B-Plan noch nicht steht.“

Stadt verzichtet auf Kreiszuschuss

Auf seine Bitten hin verzichtet die Stadt daher darauf, beim Kreis Pinneberg den ihr zustehenden Zuschuss von 245.000 Euro zu beantragen; insgesamt sollen der Bau und die Einrichtung der Kita etwa 3,5 Millionen Euro kosten. „Wenn wir auf die Zuschüsse warten, dauert es zwölf bis 14 Wochen länger“, warnte Süß.

Zum einen brauche der Kreis etwa acht Wochen für die Prüfung der Unterlagen. Zum anderen müsste die ASG dann die Gewerke einzeln ausschreiben und dürfte die Kita nicht in der günstigen, schnellen Modulbauweise errichten. SPD-Mitglied Fabian Brummund merkte zu dem Verzicht auf den Zuschuss an: „Das ist viel Geld für einen überschaubaren Zeitraum.“ Doch Süß entgegnete: „Ich denke, dass die Ersparnis höher ist.“ Zudem rechnete Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) damit, dass die Kosten pro Platz ohnehin geringer als bei anderen Kitas ausfallen, da der Aufwand für die Fundamente auch auf drei Schulgeschosse umgelegt werden.

Sozialstaffel für die Elternbeiträge greift auch bei dieser Kita

Der Ausschuss bekräftigte einstimmig den bestehenden Beschluss zur Errichtung einer Kita in Modulbauweise. Die ASG wird sie vorfinanzieren, die Stadt wird während der Nutzungszeit einen Mietzins zahlen. Das Gebäude bleibt ASG-Eigentum.

ASG-Mitarbeiterin Maike Möller erläuterte, dass das pädagogische Konzept einem situationsorientierten Ansatz folgen soll. „Die Kinder gehören Gruppen an, können sich aber themenspezifisch beschäftigen“, sagte sie. Köppl betonte, dass die Sozialstaffel für die Elternbeiträge auch bei dieser Kita greife.

Die Zahl der Krippenplätze soll durch die neuen Kitas auf 253, die der Elementarplätze auf 713 steigen. Das entspricht einer Bedarfsabdeckung von 45 Prozent für null- bis dreijährige Kinder und von mehr als 100 Prozent im Elementarbereich.

In Bönningstedt fehlen 30 Kita-Plätze

„Was passiert mit dem Überhang an Kindern, die keinen Kindergartenplatz in diesem Jahr in Bönningstedt kriegen?“ – diese Frage stellte ein Bönningstedter während der Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur, Jugend und Senioren. Laut Bürgermeister Peter Liske (BWG) (Foto) eine sehr gute Frage. Schließlich gebe es bei dem evangelischen Simon-Petrus-Kindergarten ganze 48 Anmeldungen für dieses Jahr. „Vermutlich müssen wir etwa 30 Kinder davon abweisen“, erklärte der Bürgermeister.

Im vergangenen Jahr habe die Lage noch anders ausgesehen. „Ich erwarte nicht, dass wir wieder auf Null kommen, wie vor einem Jahr“, sagte Liske. Er wolle nun die Verwaltung bitten, zu recherchieren, wie die Entwicklung in den Kindergärten der Gemeinde ist. „Noch haben wir keine vernünftigen Zahlen, und bevor wir handeln, benötigen wir dringend Fakten“, betonte er.

Bönningstedt hat zwei Kindergärten

Die Gemeinde Bönningstedt hat zwei Kindergärten. Zum einen den evangelischen Kindergarten an der Kieler Straße und zum anderen die Zwergenhütte im Mühlenweg. Momentan befindet sich die Zwergenhütte in der Umbauphase zur Erweiterung. Die Angelegenheit habe auch eine positive Seite: „Der Zustrom ist ja eigentlich ein gutes Zeichen.“ Dieser kann die Gemeinde jedoch einiges kosten. Sollte Bönningstedt Kinder aus der eigenen Gemeinde woanders unterbringen müssen, ist dies mit Kosten verbunden.

Auch Rolf Lammert (CDU) sah Handlungsbedarf im Hinblick auf die zahlreichen Abweisungen. „Die Tagesmütter zählen doch ebenfalls dazu. Die Verwaltung muss prüfen, wie dort die Kapazitäten sind“, schlug er vor. Außerdem seien auch Doppelanmeldungen in den Kindergärten durchaus üblich. Laut Liske seien die Kindergarten-Listen bereits abgeglichen worden. Bei den Tagesmüttern habe es in der vergangenen Zeit einen Rückgang gegeben. „Sie haben nun die Möglichkeit, feste Arbeitsverhältnisse einzugehen“, erklärte der Bürgermeister.

Mitte März sollen genaue Zahlen auf dem Tisch liegen

Mitte März sollen genaue Zahlen auf dem Tisch liegen. „Zwar haben wir die Listen unserer beiden Kindergärten abgeglichen, jedoch wissen wir nicht, ob es auch Anmeldungen in anderen Gemeinden gibt“, betonte Liske.  Ausschussvorsitzender Stefan Kiel (BWG) teilte die Sorge des Bürgermeisters, jedoch müsse erst die Verwaltung die genauen Zahlen prüfen. „Momentan können wir keine Lösung finden“, sagte Kiel.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 11:55 Uhr

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