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Quickborner Tageblatt

20. August 2017 | 04:36 Uhr

Hasloh : Viel Musik zur Hundertjahrfeier

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Riesenandrang bei Feierlichkeiten des Männergesangvereins. Zahlreiche Gruppen und Solisten zeigten ihr Können.

Über Mangel an Gesellschaft konnte sich der Männergesangverein von 1913 nicht beklagen. Die Jubiläumsfeier anlässlich seines 100-jährigen Bestehens war schon im Gange, da wurden immer noch Stühle in den Saal des Landhauses Schadendorf hineingetragen. Dann ging auch dafür der Platz aus und für spätere Gäste gab es nur noch Stehplätze an der Wand und vor der Theke. Die gute Laune konnte das keinem verderben, denn das begeisternde Festprogramm war ein großartiger und abwechslungsreicher Ohrenschmaus für alle.

Den Anfang machten die Jubilare selbst, zusammen mit der „Liedertafel Harmonie Rugenbergen“ aus Bönningstedt, mit der Haslohs singende Männer seit zehn Jahren als Chorgemeinschaft verbunden sind. Unter der Leitung von Rüdiger Blohm eröffneten sie das Programm feierlich mit dem „Deutschen Sängergruß“. „Mein Schleswig-Holstein“ brachte danach ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck und mit der biblischen „Legende von Babylon“ erinnerten sie schließlich daran, dass ihre Vereinigung aus kirchlichen Chorgruppierungen hervorgegangen ist.

Erst gegen Ende der Feier hatte der 100-jährige Chor seinen zweiten Auftritt. Die Zeit dazwischen bestritten zahlreiche andere Gruppen und Solisten und demonstrierten damit zugleich ihre freundschaftliche Verbundenheit mit den Hasloher Sängern. Als Erster war der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hasloh unter Leitung von Matthias Jerschnek an der Reihe.

Der Frauenchor Quickborn von 1920 brachte die Zuhörer mit der Vertonung eines Wilhelm-Busch-Gedichts zum nachdenklichen Schmunzeln. „Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“, ging es los und als dann auch noch ein schwarzer Kater heranschlich, beschloss der gefiederte Sänger, vor seinem nahenden Ende noch einmal kräftig zu trällern.

„Der Vogel, scheint mir, hat Humor“, war Buschs letzte Zeile. Ein perfekter Aufhänger für Friedrich Harder, der den Abend moderierte, denn auch die Sängervereinigung hat im Laufe ihres ersten Jahrhunderts bedrohlichen Situationen gegenübergestanden. Schon ein Jahr nach ihrem ersten Zusammenschluss mussten die jungen Hasloher die Notenblätter aus der Hand legen und stattdessen „für Kaiser und Reich“ an blutige Fronten ziehen. Zwischen 1933 und 1945 wurde es noch verheerender für den Verein. Eine akribisch geführte Chronik erlaubte es dem Moderator, die guten und schlimmen Episoden der Vergangenheit für die Zuhörer lebendig zu machen.

Das Wichtigste des Abends blieb die Musik. Gertrud Schleiss brillierte als Solistin am Violoncello. Frenetischen Applaus erntete Chorleiter Blohm mit einem Song von Udo Lindenberg und einer eigenen Komposition „Reineke Rag“. Der Gemischte Chor Bönningstedt grüßte mit einem Stück aus Carl Zellers „Vogelhändler“. Die unsterbliche „Vogelhochzeit“ schloss sich an. Singend zog danach „Black Rose Gospel Hasloh“ in den Saal und leitete mit spirituellen Evergreens zur Pause über. Und vor dem gemütlichen Ausklang des Abends zeigten alle Beteiligten mit dem „Hasloh-Lied“ und mit „Sierra Madre“, was sie gemeinsam auf die Bühne bringen können.

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erstellt am 14.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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