30. Geburtstag : Verborgene Schätze des Karl-Rautenberg-Museums in Ellerau

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter:Lilli Heuser (von links), Sonja Rudolph, Monika Schild, Winfried Schild, Dolores Hübner, Hans-Jürgen Büll (Zweiter Vorsitzender), Gisela Bock, Rainer Schultheis (Vorsitzender).
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter:Lilli Heuser (von links), Sonja Rudolph, Monika Schild, Winfried Schild, Dolores Hübner, Hans-Jürgen Büll (Zweiter Vorsitzender), Gisela Bock, Rainer Schultheis (Vorsitzender).

Zu seinem 30-jährigen Geburtstag zeigt das Museum eine Sonderausstellung eigener Exponate.

shz.de von
09. Mai 2018, 12:30 Uhr

Ellerau | Für ihren 30-jährigen Geburtstag haben sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Karl-Rautenberg-Museums in Ellerau, das vielen liebevoll einfach als „Heimatmuseum“ bekannt ist, etwas Besonderes ausgedacht: „Wir haben kleine versteckte Schätze aus unseren Schränken herausgeholt, um zu zeigen, wie viel Arbeit in solchen Ausstellungen steckt“, erläuterte Lilli Heuser.

Großes Interesse, auch bei der jungen Bevölkerung, erhielt dabei die Sammlung der Poesie-Alben, das älteste aus dem Jahre 1911. Da zu dem Zeitpunkt noch in deutscher Schrift geschrieben wurde, der Gebrauch der lateinischen Schrift setzte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg durch, hatten die Organisatoren eine Buchstaben-Übersetzungstabelle zur Hand. So konnten auch die jüngeren Besucher die poetischen Verse entziffern.

Insbesondere den Kindern gefielen die bunten fantasievollen Glanzbildchen, die sogenannten „Oblaten“. Vergleiche man die alten schwarzweißen Kinderfotos aus der Zeit mit einem Oblaten-Buch aus dem Jahre 1901, das sich ebenfalls im Fundus des Museums befindet, so werde einem der Widerspruch deutlich, sagte Heuser. „Die Oblaten zeigten Träume. Die Wirklichkeit war eher öde“, so die Vorstandsbeisitzerin. Außer den Poesie-Alben waren alte Kochbücher, viele von Hand geschrieben, sowie Bibeln zu sehen. Die älteste stammte aus dem Jahr 1784.

Neueste Errungenschaft

Die neueste Errungenschaft ist eine Familienbibel von 1826, die Einträge bis in die Gegenwart trägt. Da es in der Familie keine Nachkommen mehr gebe, habe sie das geschichtsträchtige Werk dem Heimatmuseum geschenkt. Zur Geburtstagsausstellung gehörten ebenso zahlreiche Fotos von Bürgern aus der Gemeinde sowie Zeitungsartikel über die Entstehungsgeschichte des Museums. Namensgeber Karl Rautenberg aus Quickborn-Heide war ein leidenschaftlicher Sammler historischer Zeugnisse, die er dem damaligen Bürgermeister Emil Schmelow teils als Spende, teils als Leihgabeanbot, wenn dieser einen geeigneten Raum zur Veröffentlichung zur Verfügung stellen würde.

Durch einen Anbau am Bürgerhaus konnte ein solcher Raum seinerzeit geschaffen werden. Daraufhin erfolgte 1988 die Gründung des Heimat- und Museumsvereins Ellerau. Hauptgründungsmitglied und noch amtierender Vorsitzender nach 30 Jahren ist Rainer Schultheis. Er ist heute, genau wie seine Vorstandskollegen, stolz auf die rund 2000 museumseigenen archivierten Stücke auf einer Ausstellungsfläche von knapp 500 Quadratmetern. Der gebürtige Heilbronner Schultheis, der bereits seit 40 Jahren in Ellerau lebt, engagiert sich viel in seiner Gemeinde, das Museum sei dabei sein „Lieblingskind“, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte. „Für viele Menschen, die uns besuchen, ist es wie Erholung, da sie sich meistens an die guten Dinge ihrer Vergangenheit erinnern“, so der Vorsitzende weiter.

Firemans Friends unterhielt die Geburtstagsgäste mit „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Ich will keine Schokolade“ und „Moonriver“
Firemans Friends unterhielt die Geburtstagsgäste mit „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Ich will keine Schokolade“ und „Moonriver“
 

Sein Stellvertreter Hans-Jürgen Büll, ehemaliger Schulleiter in Ellerau sorgt für den regelmäßigen Austausch mit der jungen Bevölkerung. Kommen Grundschulklassen zu Besuch, schlüpft er in die Rolle des Schulmeisters vor 100 Jahren. Das komme bei den Kindern gut an. Ältere Schüler seien eher soziologisch interessiert. Anhand der vielen landwirtschaftlichen und handwerklichen Geräte erhalten sie Einblicke, wie hart das Leben früher auf dem Land war, sagte Büll weiter.

Außer den Kontakten zu Schulen sorgen die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit themenbezogenen Sonderschauen wie zum Beispiel „Hüt ist Waschdag“ oder „Omas Küchenparadies“ für eine abwechslungsreiche, lebendige Museumsarbeit. Musikalisch wurden die Geburtstagsgäste von Firemans Friends unter der Leitung von Ulf Schaedla unterhalten. Öffnungszeiten und weitere Informationen über das Karl-Rautenberg-Museum erhalten Interessierte auf der Webseite des Museums.

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