Ärger in Quickborn : Vandalismus sorgt für tausende Euro Schaden

Steve Lorenz (l.) und Christian Glißmann vom Bauhof finden auf Quickborns Freiflächen alle Arten von Hinterlassenschaften.
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Steve Lorenz (l.) und Christian Glißmann vom Bauhof finden auf Quickborns Freiflächen alle Arten von Hinterlassenschaften.

Beschädigungen auf Freiflächen häufen sich. Jugendpflege übt Kritik. Der Fachbereich Jugend und der Bauhof prangern Vandalismus und Hundekot an.

shz.de von
10. Juli 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Kaputte Geräte im Birkenwäldchen am Harksheider Weg. Eine demolierte Wasserpumpe auf dem Spielplatz in der Heinrich-Heine-Straße.  Dazu immer wieder zerstörte Mülleimer, Schmierereien und  Hundekot – die Fälle von Vandalismus und Rücksichtslosigkeiten auf Quickborner Freiflächen häufen sich.

Das ist die Beobachtung von Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse und Mitarbeiterin Vera Bornholdt. Beide beziffern die Kosten, die der Stadt allein im laufenden Jahr  für Reparaturen entstanden sind, auf 5000 Euro. „Und der Sommer kommt erst noch“, fügt  Bornholdt vielsagend   hinzu.

Will heißen: Wärmere Temperaturen locken mehr Leute ins Freie – und steigern die Chancen auf mehr Ärgernisse für das Gemeinwohl. „Wir verstehen das alles nicht mehr. Vandalismusschäden sind einfach saublöd“, redete Hesse gestern während eines Ortstermins im Birkenwäldchen Klartext. Stadtverwaltung und Politik bemühten sich, „auch mit Geld die Stadt schön zu halten“, sagte sie. Quickborn  sei eine Gemeinschaft von 20.000 Menschen. „Aber offensichtlich identifizieren sich viele nicht mit dem Gemeinwesen“, kritisierte Hesse die Haltung derer, die   Spielgeräte beschädigen und Hundehaufen nicht einsammeln.

Viele Ärgernisse
im Birkenwäldchen

Birkenwäldchen am Harksheider Weg in Quickborn, gegen 10.30 Uhr am Donnerstag. Der Hundekot ist noch frisch – dem Geruch nach zu urteilen. Mit einer schnellen Bewegung lädt Steve Lorenz, Mitarbeiter beim Bauhof der Stadt Quickborn, das braune Gebilde auf die Schaufel – ein Routinehandgriff. „Viele Leute denken scheinbar: ,Ich zahle Hundesteuer, damit ist das Thema für mich erledigt.‘“, berichtet Lorenz, der mit seinem Kollegen Christian Glißmann vor Ort ist.

Wo die Bauhof-Mitarbeiter auch hinkommen, um Freiflächen zu pflegen oder instandzuhalten – Situationen wie diese erleben sie ständig. Dabei hat die Stadtverwaltung Spender mit Tüten aufstellen lassen, um Hundehaltern das Entfernen der Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu erleichtern. „Aber die werden dann auch gerne mal herausgezogen und in der Gegend verteilt anstatt sie zu benutzen“, sagt Lorenz und schüttelt den Kopf. Dann fällt sein Blick auf die massiven Holzbänke samt Tisch, die auf der Freifläche zwischen Harksheider Weg und AKN-Gleis zum Verweilen eiladen. Besser: Einluden. Denn nun „zieren“ Schriftzüge wie „187 Strassenbande“ und „N.I.G.G.A.Z“ das Holz. „Abschleifen bringt da kaum noch etwas“, sagt Lorenz, „hinter mir warten sie doch schon wieder mit einem Edding und freuen sich auf eine neue glatte Fläche“.

Sowohl bei den Bauhof-Mitarbeitern als auch im Fachbereich Jugend geht den Verantwortlichen das Verständnis ab. Zu oft müssen sie sich in jüngerer Zeit mit Ärgernissen wie diesen herumschlagen. Hinzu kommen unter anderem ein wiederholt demoliertes Outdoor-Fitnessgerät im Birkenwäldchen, eine zerstörte Wasserpumpe auf dem Spielplatz an der Heinrich-Heine-Straße sowie beschädigte Mülleimer – Kostenpunkt für Reparaturen allein in diesem Jahr: 5000 Euro.

Unverständnis bei der
Stadtjugendpflege

„Wir verstehen das alles nicht mehr. Offensichtlich identifizieren sich viele nicht mit dem Gemeinwesen“, sagt Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse, die im Rahmen des Quickborner Konzepts „Spielende Stadt“ Freiflächen gestaltet hat. „Generationenübergreifend“, wie sie sagt, mit Sitzmöglichkeiten für ältere und Spielgelegenheiten für jüngere Menschen.

Von beiden erhofft sie sich für die Zukunft verstärkte Aufmerksamkeit: „Wir wünschen uns mehr ,Augen auf‘, mehr Rücksicht und Miteinander und auch Menschen, die mal etwas zur Anzeige bringen“, sagt Hesse. „Wir sprechen diejenigen dann an, ohne eine kriminalistische Jagd daraus zu machen.“ Auf Mithilfe sei die Stadt angewiesen bei mehr als 30 Spiel- und Bolzflächen in Quickborn. Zumal den Bauhof-Beschäftigten pro Fläche und Woche gerade einmal 30 Minuten für die Pflege zur Verfügung stünden, wie Hesse erläutert.

„Ein Anwohner geht hier ganz aufmerksam lang und sammelt auch mal Müll“, berichtet Hesse. Geht es nach ihr, müsste es mehr von solchen Quickbornern geben – und weniger von denen, die die Geschäfte ihrer Hunde vernachlässigen, den Edding schwingen und Spielgeräte demolieren.

m Rahmen des Konzepts „Spielende Stadt“ gibt es für Quickborner morgen die nächste Möglichkeit, Ideen und Anregungen einzubringen. Zwischen 10 und 11 Uhr erwartet Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse alle Interessierten zum Ideenaustausch. Treffpunkt ist das Spielmobil am Marktplatz.
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