Großbrand von Quickborner Tennishalle : Überraschende Prozesswende: Angeklagter zieht Geständnis zurück

Nichts war mehr übrig: Die Feuerwehr kämpfte in der Nacht zum 4. Oktober 2016 gegen die Flammen am Harksheider Weg.

Nichts war mehr übrig: Die Feuerwehr kämpfte in der Nacht zum 4. Oktober 2016 gegen die Flammen am Harksheider Weg.

Erst erklärte sich der 24-Jährige für schuldig. Doch jetzt soll ein Freund von ihm für den Großbrand verantwortlich sein.

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25. Januar 2018, 16:13 Uhr

Hamburg | Der Prozess um die Brandstiftung in einer Quickborner Tennishalle (Kreis Pinneberg) hat eine überraschende Wendung genommen. Der 24 Jahre alte Angeklagte erklärte nach mehr als einem Dutzend Verhandlungstagen, er sei doch unschuldig. Ein Freund und nicht er habe den Brand verursacht, sagte der Angeklagte am Donnerstag.

Das Feuer zerstörte am 4. Oktober 2016 die Halle und beschädigte das angrenzende Vereinshaus. Den Schaden schätzte die Polizei auf eine Million Euro. Der Richter zeigte sich verwundert über die Erklärung des Angeklagten. Nach dem vergangenen Verhandlungstag habe er damit gerechnet, dass der 24-Jährige am Donnerstag ein Geständnis ablege, so der Richter. Das Strafmaß werde ohne Geständnis höher ausfallen, als die zuvor angedeuteten drei bis dreieinhalb Jahre. „Was einen stark verwundert ist, dass Sie nicht früher mit dieser Story rausgerückt sind“, sagte der Staatsanwalt zum Angeklagten. Schließlich entlaste ihn die neue Darstellung.

Er sei in der Nacht zum 4. Oktober 2016 zusammen mit einem Freund auf dem Gelände des Tennisclubs gewesen, sagte der Angeklagte. Dort habe der Freund ein Sitzkissen angezündet und mit Benzin übergossen. Nach dem Vorfall hätten sich die beiden ein gemeinsames Alibi zurechtgelegt, so der Angeklagte. Sein Freund habe sich bei seiner späteren Aussage vor Gericht nicht an die gemeinsame Absprache gehalten.

Zuvor hatte der Ermittlungsleiter der Polizei von einem Streit zwischen dem 24-Jährigen und dem Tennisclub berichtet. Der Prozess wird am 2. Februar fortgesetzt.

 

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