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Energiewende in Quickborn : TV-Team aus Irland dreht Reportage

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Stromleitungsausbau ist auf der Grünen Insel ein kontroverses Thema. Nun schaut ein Fernsehbericht des Rundfunkgesellschaft RTE in Dublin genauer auf auf die Bürgerinitiative "Quickborn gegen Riesenmasten".

Montagabend, 20.15 Uhr. In der Quickborner Kneipe Kamphuis prüft Kameramann Nick Dolan die Lichtverhältnisse, positioniert immer wieder die Scheinwerfer und macht Probeaufnahmen. Der Journalist Robert Shortt von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft RTE in Dublin spricht unterdessen mit Stefan Leutner und Ernst Stilke, beide Mitglieder der Initiative „Quickborn gegen Riesenmasten“. Leutner und Stilke antworten ihm auf Englisch. Schon nächste Woche soll am Donnerstag der Beitrag im irischen TV in der Sendung „Current Affairs“ ab 22.30 Uhr deutscher Zeit ausgestrahlt werden.

Der Ausbau der Stromleitungstrasse in Quickborn hat längst das Interesse der Menschen in anderen Ländern erweckt. „Ich bin bei meiner Recherche für unseren Beitrag über die Energiewende im Internet auf die Initiative in Quickborn gestoßen. Riesenmasten sind auch in Irland zu einem großen Thema geworden. Wie in Quickborn gibt es Proteste, und es haben sich bei uns Initiativen gegründet. Es wird die Europawahl beeinflussen“, sagt er. Dass in Quickborn die Riesenmasten an einer Schule vorbeiführen sollen, sei allerdings nur hier der Fall und der Grund dafür, warum sein Team in der Stadt drehe, führt Shortt aus. Wie ist seine Meinung zu dem Thema? „Ich muss als Journalist neutral sein und gebe beide Seiten wieder“, sagt er.

Am Vormittag war das dreiköpfige Team bereits in Dirkshof, um Aufnahmen von dem Bürgerwindpark zu machen. Darauf folgte ein Interview mit Robert Habeck, dem Grünen-Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein. Seine Haltung ist bekannt: Das Ministerium für Energiewende hat den Planfeststellungsbeschluss für die 380-kV-Freileitung „Hamburg-Nord – Dollern“ erlassen. Ziel soll es sein, dass künftig mehr Windenergie ins Netz eingespeist und transportiert wird.

Shortt und sein Team überzeugten sich nachmittags darüber, was das für Quickborn bedeutet: Der Journalist interviewte Quickborner, die in unmittelbarer Nähe der 220-kV-Stromleitung wohnen, die zur 380-kV-Leitung ausgebaut werden soll. Die Höhe der Masten verdoppelt sich auf bis zu 70 Meter.

Im Kamphuis, wo sich die Initiative regelmäßig trifft, will der Journalist Shortt abends etwas über die Beweggründe wissen. Leutner, der in der Nähe der Stromtrasse wohnt, antwortet, dass er Angst habe, dass seine beiden Kinder durch die erhöhte elektromagnetische Strahlung an Krebs erkranken könnten. Das betont er mehrmals. Er sei nicht gegen die Energiewende, aber er kritisiere, wie schnell sie durchgeführt werden soll. Shortt will wissen, welche Alternativen die Initiative vorsieht. „Ein Verschwenk oder die Verlegung von Erdkabeln“, antwortet Leutner.

Auch über die Richtwerte wird gesprochen: In Deutschland seien Grenzwerte von bis zu 100 Mikrotesla erlaubt, während in Italien und in der Schweiz nur ein bis drei Mikrotesla in der Nähe dieser Stromleitungen gemessen werden dürfen. Studien aber zeigten, dass Kinder sogar schon ab 0,4 Mikrotesla Strahlung gesundheitlich beeinträchtigt werden könnten. Dann fragt ihn Shortt, wie groß der Bekanntheitsgrad der Initiative sei. „Als wir uns gegründet haben, kannte uns überhaupt keiner. Jetzt ist es besser geworden“, sagt Leutner. Und wie sehe es mit dem Mitspracherecht bei solchen Projekten aus? Leutner muss verneinen – ein Mitspracherecht gebe es nicht.

Die Initiative wird den Fernsehbericht nach der Ausstrahlung auf ihre Website hochladen: www.quickborn-gegen-riesenmasten.de

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erstellt am 29.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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