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Welthospiztag am 10. Oktober : Trauer aus Tabuzone holen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Vorträge, Lesungen, Musik und Gespräche gibt es anlässlich des Hospitztages im Haus Roseneck.

Quickborn | „Gestorben wird immer, darüber gesprochen zu wenig.“ Es sind markige Worte, die Heike Ruch von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Quickborn verwendet. Aber sie bringen die Motivation auf den Punkt, die der Organisation einer Fülle von Vorträgen, Erfahrungsberichten, Lesungen und musikalischen Darbietungen am Sonnabend, 10. Oktober, zum Thema Krisen, Tod und Trauer zugrunde liegen.

Denn die Veranstaltung von 11 bis 17 Uhr im Café der Werkstatt im Haus Roseneck, Kieler Straße 95, steht im Zeichen des Welthospiztags. „Wir wollen Krisen- und Trauersituationen aus der Tabuzone holen und mitten ins Leben stellen“, sagt Ruch, die das Lacrima-Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche leitet. Gemeinsam mit Heilerin Imke Turau und Erika Stehr von der Pinnau-Apotheke organisiert Ruch die erste Veranstaltung dieser Größenordnung zu dem Themenkomplex in Quickborn.

Ein Angebot für Menschen fortgeschrittenen Alters – diese Vermutung liegt nahe, wenn es um Dinge wie den Tod geht. Allerdings greift dies in den Augen der Initiatorinnen viel zu kurz. „Es geht ja nicht nur um den Tod, sondern auch um Schicksalsschläge und schwierige Situationen, die man erlebt“, sagt Turau. Ruch ergänzt: „Klar haben wir überlegt: Wer ist die Zielgruppe? Aber wir möchten, dass alle kommen. Diese Themen gehen jeden etwas an.“

Es geht Ruch, Turau und Stehr darum, Angebote und Möglichkeiten in schweren Zeiten aufzuzeigen. Zu Emotionen, Überforderungen und Ratlosigkeit zu stehen – und einen Umgang damit zu finden. „Dazu zählt auch, den Mut zu haben zu sagen ,Das hilft mir jetzt nicht‘, wenn jemand sagt ,Da musst du jetzt durch‘“, erläutert Turau. „Das Programm haben wir quasi aus dem Ärmel geschüttelt, weil wir durch unsere Arbeit tagtäglich mit den Menschen umgehen“, berichtet sie. Alle Beiträge folgen einem Zeitplan, „aber man kann kommen und gehen, wie man will“, betont Ruch.

Außer den Veranstaltungen im Haus Roseneck werden eine Trauerwanderung im Himmelmoor sowie Informationen in der Pinnau-Apotheke angeboten. Der Eintritt ist kostenfrei, allerdings bitten die Organisatorinnen um eine Spende für die Trauerarbeit der Johanniter.

11 Uhr: Eröffnung und Begrüßung durch Heike Ruch, Hospizdienst-Leiterin.
11.10 Uhr: Schauspiel mit Harfe „Was möchtest Du, das ich Dir tue?“ von Imke und Katharina Turau.
11.30 Uhr: „Was mir geholfen hat“ – Heilerin Imke Turau stellt Kondolenzbriefe ihrer Klienten vor.
12 Uhr: „Wat ick to vertellen heff“ – Bestatter Jan Jörn Westphalen und Familie berichten aus  dem Arbeitsalltag.
12.30 Uhr: Mittagspause mit „tröstlichen“ Gerichten.
13.30 Uhr: „Was uns stark macht? – Eine Reise durch die Kinderonkologie“, Erfahrungsbericht von Familie Rethage.
14 Uhr: „Kinder trauern anders“ – Heike Ruch berichtet über das Lacrima-Trauerzentrum für Kinder und Jugendliche.
14.30 Uhr: „Kinder brauchen Wahrheit“ – Kinderärztin Susanne Dutzki berichtet.
15 Uhr: „Wenn die alten Eltern sterben... – Gefühle und Verantwortungen im Abschiedsprozess“, Verena von Baudissin, Koordinatorin Johanniter-Hospiz-Ambulanz
15.30 Uhr: „Woher kommt denn Hilfe? Palliative Care in Quickborn und Umgebung“,  Heike Ruch, Leitung Johanniter-Hospiz-Ambulanz.
16 Uhr: Trauercafè.
17 Uhr: „Sterbenswörtchen“ – Lesung mit Trauerliteratur aus verschiedenen Epochen.
Außerdem: Erika Stehr von der Pinnau-Apotheke, Kieler Straße 96, gibt Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten aus der Apotheke.
Imke Thurau stellt ihr Buch „Schwarz“ vor. Das Spiel „Trauerkloß“ kann ausprobiert werden. Das Johanniter-Trauerzentrum bietet in der Zeit von 14 bis 16 Uhr eine Trauerwanderung durch das Himmelmoor an.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 12:15 Uhr

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