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Quickborner Tageblatt

22. August 2017 | 03:57 Uhr

Bilsen : Tollkühne Helden auf Zweirädern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tausend Besucher beim Motocross-Rennen in Bilsen: Der Parcours war mit Hügeln, Sandpisten und engen Kurven gespickt.

Wie wütendes lautes Summen von Wespen klang es vom Stoppelfeld an der Hemdinger Straße in Bilsen. Schwarze Staubwolken stiegen auf dem großen Areal in die Höhe. Der Motorsportclub Kaltenkirchen (MSC) veranstaltete ein Motocross Rennen auf dem abgeernteten Feld. Begeistert waren die etwa 1000 Zuschauer, die im Laufe des Tages vorbeischauten.

„Der Club führt mehrere Rennen pro Jahr durch, um den Clubmeister zu ermitteln“, so Organisator Thorben Kuhlmann. Der Rennparcours war mit Hindernissen wie Hügeln und Sandpisten sowie engen Kurven gespickt.

Mit dabei war auch der 14-jährige Marco Licht aus Wulfsmoor. Seit zwei Jahren betreibt der Schüler diesen Sport, auch sein Vater fährt Motocross. Leon Schüle (16) aus Alveslohe ist norddeutscher Juniorenmeister und Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften im Jugendcup. Er fährt mit seiner 450er Husqvarna, Klasse E 2, Enduro, das sind Rennen bis zu sieben Stunden Dauer. „Ausdauer und Geschicklichkeit benötige ich dafür – es bringt Spaß“, so der Auszubildende für Heizung, Sanitär und Klimatechnik. Für die Veranstaltungen besitzt er eine Führerschein-Sondergenehmigung, weil er in seinem Alter lediglich eine 125er Motorrad im Straßenverkehr fahren darf.

Noch gar keinen Führerschein hat die sechsjährige Viola Wendt aus Alveslohe. Wie ein Profi kurvte sie außer Konkurrenz mit einer kleinen Yamaha PW 50 ihre Strecke. Als sie den Helm wieder abnahm, ertönten erstaunte Ausrufe: „Das ist ja ein Mädchen.“ Viola freute sich über das dicke Lob ihres Vaters Frederic Radou. „Das ist ihr zweites Rennen, sie fährt seit zwei Jahren Motorrad“, ist der Vater stolz auf die Abc-Schützin.

Als Senior gilt Mario Grimm (47) aus Hasenmoor, der Pokalträger des Nordcups der Seniorklasse. Als Senior fühlt er sich dennoch nicht. „Die Faszination der Geschwindigkeit und der Körperbeherrschung ist immer noch da“, sagt er, der mit 120 Stundenkilometer mit der Husqvarna über die Stoppeln heizt. Knochenbrüche sind einprogrammiert. Schlüsselbein und Handgelenk mussten bei ihm schon dran glauben. „Fußball ist gefährlicher“, sagt er trocken. Teuer ist das Hobby auch, obwohl Wartung und Pflege selbst übernommen werden. „Die Ersatzteile sind es“, sagte der Zimmerer.

Unterdessen saßen die Besucher gemütlich auf Campingstühlen an der Absperrung oder auf Heuballen, ließen sich Bierchen oder Bratwurst schmecken und fachsimpelten. Heike Hildebrandt aus Bilsen und Axel Otte aus Hamburg genossen das laute Spektakel. „Es ist spannend, wie die Fahrer sich in die Kurven legen und über die Hügel fliegen“, so die beiden. Mit einem Sommerfest endete das Motocross-Rennen.

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