zur Navigation springen
Quickborner Tageblatt

23. August 2017 | 16:32 Uhr

Pilzsuche in Hasloh : Tipps vom Experten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Dieter Sydow sammelt seit mehr als 50 Jahren. Sein Wissen gibt er an der Volkshochschule weiter.

Der Blick ist auf den Boden gerichtet, das Messer in der einen, ein Korb in der anderen Hand: Zahlreiche „Jäger“ streifen jetzt wieder durch Wald und Wiesen, um nach essbaren Pilzen zu suchen. Experte Dieter Sydow und Ehefrau Ursula teilen ihr Wissen in Seminaren an der Bönningstedter Volkshochschule.


Frage: Wo sammeln Sie am liebsten?
Dieter Sydow: Wir sammeln im südlichen Schleswig-Holstein und in der Lüneburger Heide gleichermaßen gern. Schleswig-Holstein ist ein waldarmes Land. Pilze wachsen aber nicht nur im Wald. Auch auf Wiesen, in Parks, auf Grünstreifen, in Knicks und so weiter wachsen die unterschiedlichsten essbaren Pilze.

Welche essbaren Pilze gibt es häufig im Kreis Pinneberg?
Es gibt in der Vielfalt keine Einschränkungen: Wir haben hier schon sowohl alle wesentlichen essbaren, ungenießbaren und giftigen, auch tödlich giftige, Pilzarten gefunden. Nur nach essbaren Morcheln haben wir bisher vergeblich gesucht.

Gibt es in Nadel- oder Laubwäldern mehr Pilze?
Diese Frage kann man generell nicht so beantworten, denn es kommt immer darauf an, was man in welcher Jahreszeit sucht. Im Herbst ist die Pilzausbeute im Nadelwald meist ergiebiger als im Laubwald. Manche Pilzarten wachsen sowohl im Laub- als auch im Nadelwald, andere tragen den Standort schon im Namen wie zum Beispiel Birkenpilz, Lärchenröhrling, Espenrotkappe oder Fichtensteinpilz.

Was sollten Anfänger niemals tun?
Ohne Basiswissen und Grundlagen Pilze sammeln. Jedes Jahr gibt es Todesfälle und die Notwendigkeit von Organtransplantationen aufgrund von Verwechslungen, meist von Knollenblätterpilzen mit Champignons. Ich würde niemandem vertrauen, der von sich behauptet, alle Pilze zu kennen oder auf Ammenmärchen vertrauen. So ist ein Pilz nicht deshalb essbar, weil ein Tier daran gefressen hat. Auch das Schwarzwerden eines Silberlöffels oder einer Zwiebel ist niemals ein Zeichen der Giftigkeit. Geruch oder Geschmack sagen auch nichts aus, ein Grüner Knollenblätterpilz riecht reif lecker nach Honig und soll hervorragend schmecken. Den gefundenen Pilz darf man nicht nur mit den Bildern in einem Pilzbuch vergleichen. Erst das Vergleichen der dort beschriebenen Merkmale kann zur eindeutigen Identifizierung führen. Alle weiteren Tabus erfahren Interessierte in guten Seminaren.

Gibt es Anlaufstellen für Sammler, um Pilze überprüfen zu lassen?
Nach meinen Wissen nicht. Es wird immer empfohlen, Verbraucherberatungen aufzusuchen, aber dort sind nicht regelmäßig Pilzprüfer anwesend. Ich selbst mache auch keine Beratung, aber wenn mal jemand fragt, schicke ich ihn nicht weg. Ich muss einen Pilz sehen, um ihn eindeutig zu identifizieren, manchmal lautet auch meine Antwort: „Weiß ich nicht, kenne ich nicht.“





 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Sep.2013 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen