Aktion der Suchtberatungsstelle : Tina Wolf liest aus autobiografischem Roman in Quickborn

Diplom-Pädagogin Daniela Willrodt (links) und Diplom-Sozialpädagogin Sina Jessen wollen mit der Lesung auf die Fachstelle „Kleine Riesen“ aufmerksam machen. Dort kümmern sich die Experten um Kinder und Jugendliche aus suchtkranken Familien.
Diplom-Pädagogin Daniela Willrodt (links) und Diplom-Sozialpädagogin Sina Jessen wollen mit der Lesung auf die Fachstelle „Kleine Riesen“ aufmerksam machen. Dort kümmern sich die Experten um Kinder und Jugendliche aus suchtkranken Familien.

Die NDR-Moderatorin Tina Wolf hat ein Buch darüber geschrieben wie ihr Vater einen Selbstmord auf Raten beging.

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30. Oktober 2014, 16:00 Uhr

Quickborn | Hölle Alkohol: Die NDR-Moderatorin Tina Wolf hat ein Buch darüber geschrieben. Denn die Autorin war 17 Jahre lang Zeugin, wie ihr Vater einen Selbstmord auf Raten beging. Während dieser Zeit bestimmte dessen Alkoholsucht das Leben von Tina Wolf. Ihre Hilfe war jedoch vergeblich.

„Und ich dachte, ich könnte dich retten“, heißt dann auch der Titel ihres autobiografischen Romans. Es ist eine schonungslose Abrechnung mit der Sucht und beschreibt eindringlich, was die Angehörigen von Alkoholikern erleiden müssen

Am Dienstag, 4. November, liest Wolf in der Stadtbibliothek, Bahnhofstraße 100. Beginn ist um 19 Uhr. Die Autorin und Journalistin kommt auf Einladung der Quickborner Suchtberatungsstelle. Dort kümmert sich die Diplom-Sozialpädagogin Sina Jessen vom Fachbereich „Kleine Riesen“ um Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. „Der Roman spricht das Thema co-abhängiges Verhalten und eine nicht altersgemäße Verantwortungsübernahme für den suchtkranken Elternteil an“, sagt die Expertin, die bei ihrer Recherche im Internet auf die Autorin gestoßen war und mit ihr Kontakt aufnahm. „Es ist keine Fachliteratur , sondern der Roman ist greifbar, persönlich und sehr eindrucksvoll“, beschreibt Jessen die Lektüre.

Mit dieser Aktion will die Diplom-Sozialpädagogin auf das beschriebene Problem aufmerksam machen, eine breite Öffentlichkeit erreichen und bei betroffenen Familien und deren Kindern die Hemmschwelle nehmen, das kostenlose Angebot der „Kleinen Riesen“ zu nutzen. „Übermäßiger Alkoholkonsum ist auch in Quickborn ein großes Tabuthema“, weiß Diplom-Pädagogin Daniela Willrodt von der Suchtberatungsstelle, die berichtet, dass es deutschlandweit etwa 1,3 Millionen Suchtkranke gibt.

Im Anschluss an die Lesung wird es Raum für Fragen und Diskussionen geben. Anstatt eines Eintrittsgeldes bittet Jessen um eine Spende für die Arbeit der „Kleinen Riesen“. Die Aktion endet gegen 21 Uhr.

Anmeldungen werden unter 04106-60000 entgegengenommen. Wer sich spontan für einen Besuch der Lesung entscheidet, erhält selbstverständlich auch Einlass.

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