zur Navigation springen

Schnelles Internet : Telekom: Jetzt doch Glasfaser in Hasloh

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Gehwege wurden gerade neu gepflastert. Jetzt befürchtet die Gemeinde neue Bauarbeiten.

Hasloh | Die Reaktionen der Gemeinderäte und der Zuschauer reichten von erstaunten Blicken bis zu schallendem Gelächter, als Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) während der jüngsten Sitzung bekannt gab: „Die Telekom will in Hasloh Glasfaserkabel verlegen.“

Zunächst sei dies zwar nur für die Hauptstrecken, etwa an der Kieler Straße und dem Garstedter Weg geplant, dennoch bedeute es, dass dort gebuddelt werden müsse. „Nach Auskunft der Verwaltung können wir das nicht verhindern. Rechtsgrundlage ist das Telekommunikationsgesetz, wurde mit gesagt“, so Brummund weiter.

Für die Anwohner der betroffenen Bereiche könnte das bedeuten, dass ausgerechnet die Gehwege, die erst vor kurzem fertig gepflastert wurden, bald wieder aufgerissen werden.

„Damit erlischt auch die Gewährleistung der Firma, die diese Arbeiten ausgeführt hat“, stellten die Gemeindevertreter fest. „So gut, wie das jetzt gemacht ist, kriegt man das nicht wieder hin“, befürchtet Brummund. Zumal die Gemeinde Geld in die Hand nahm, um die betroffenen Gehwege komplett neu zu pflastern, statt nur den Teil – etwa ein Drittel der Breite des Gehwegs – zu reparieren, der aufgebuddelt wurde. Ginge es nach Brummund, würden die Kabel auf jeweils der Straßenseite verlegt, die noch nicht neu gepflastert ist. „Dann hätte auch die Gemeinde etwas davon“, sagt er.

Obwohl Brummund die Verkabelung grundsätzlich gut findet, ärgert ihn die Anfrage: „Was haben wir vor Jahren händeringend darum gebettelt, endlich Zugang zu schnellem Internet zu bekommen – und immer nur zu hören bekommen, dass sich das finanziell nicht rentiert“, sagt er rückblickend.

Erst nach den intensiven Bemühungen einer eigens eingerichteten Breitband-Arbeitsgruppe war es der Gemeinde gelungen, mit der azv-Breitband-GmbH Verträge zur Erschließung und Bereitstellung der Datenautobahn abzuschließen. Gemeinsam mit den Gemeinden Heist, Holm und Lentföhrden will Hasloh in Kürze einen Breitband-Zweckverband gründen.

Den sieht Thomas Krohn, Vorsitzender des Bauausschusses, jetzt in Gefahr: „Das Netz in Hasloh gehört dann dem Verband – und damit auch der Gemeinde Hasloh. Wir holen uns damit Konkurrenz ins Haus, die womöglich mit Billig-Angeboten dem Zweckverband das Wasser abgräbt.“

Warum die Telekom jetzt doch Kabel verlegen will, begründet Pressesprecherin Stefanie Halle so: „Der Breitbandausbau erfolgt nach wirtschaftlichen Kriterien. Diese sind nicht statisch, sondern werden von vielen Faktoren beeinflusst. Für den Ausbau in Hasloh sind die wirtschaftlichen Kriterien jetzt gegeben.“ Allerdings würden sämtliche Bauvorhaben und Bauabschnitte mit den zuständigen Stellen in den Gemeinden abgestimmt. „Erst wenn die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, können wir bauen“, so die Auskunft der Sprecherin. Dabei geht es jedoch nach Information der Verwaltungsgemeinschaft lediglich um das „wie“, nicht um das „ob“: Wenn öffentlicher Grund berührt wird, muss der Art der Baumaßnahme zugestimmt werden“, so Sprecher Michael Görres.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen