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Quickborner Spender finanzieren Wohnung : Syrern den Neustart ermöglicht

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

„Wir haben sofort gesagt, wir müssen etwas tun. Als erstes mussten wir eine Wohnung für die Familie finden.“

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Quickborn | Eine christliche Schule in Syrien wird gezielt beschossen. In unregelmäßigen Abständen detonieren Granaten. Kinder, Lehrer und Eltern sind in Angst. Eine vierköpfige Familie flieht deshalb nach Hamburg, findet Unterschlupf beim Bruder der Frau. Der junge Arzt bürgt für seine Verwandten, aber die Wohnung ist auf Dauer zu klein, die psychische Belastung wächst.

Zum Glück kennt der syrische Mediziner den Quickborner Physiker Hans Bienlein, der den Fall im Männerkreis der katholischen Gemeinde St. Marien schildert. „Wir haben sofort gesagt, wir müssen etwas tun. Als erstes mussten wir eine Wohnung für die Familie finden“, erklärt Wilhelm Brenzinger, der gemeinsam mit Bienlein, Rainer Ronke und Wolfgang Heckmann tätig wurde.

Anderthalb Jahre ist es her, dass sie ihre Kontakte in der Gemeinde aktivierten. Die Männer bauten einen Spenderkreis auf, um eine Wohnung in Hamburg-Barmbek zu finanzieren. „Wir haben den Spendern gesagt, dass es für ein Jahr, vielleicht für anderthalb sei“, berichtet Brenzinger. Um die 50 Leute hätten sich für das Vorhaben gefunden. „Viele haben 50 Euro gegeben, einige sogar 100 Euro und viele zehn oder 20 Euro“, sagt Brenzinger. Mit Hilfe der Caritas sei das Geld gesammelt und zweckgebunden weitergegeben worden. „Der Zweck war genau definiert und die Spender wussten, dass das Geld ankommt“, betont Brenzinger.

Doch von Beginn an war klar, dass die finanzielle Unterstützung für die vier syrischen Flüchtlinge endlich sein würde. „Es ging darum, der Familie den Start zu erleichtern“, erklärt Brenzinger, der Erfolg vermelden kann: „Die Familie steht jetzt auf eigenen Füßen. Die Frau hat eine Anstellung als Apothekerin gefunden.“ Ihr Mann, ein Ingenieur, suche noch Arbeit. Die zwei Jungen im Grundschulalter gingen zur Schule, spielten Fußball im Verein und würden ihrem Vater bereits Deutsch beibringen. „Sie wollen selbstständig sein“, sagt Brenzinger, für den die entscheidende Erkenntnis ist: „Man kann helfen, es funktioniert.“ Auch wenn die Miete nun nicht mehr von den Spendern übernommen wird, „werden wir die Familie nicht aus den Augen verlieren“, kündigt Brenzinger an. Er weiß: „Sie hatten gute Voraussetzungen, weil der Bruder hier ist und für sie bürgt.“ Und weil Kontakt zu Hans Bienlein besteht, der im Männerkreis von dem Schicksal berichtete.

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