Serie: Straßennamen mit Geschichten : Straßennamen: Wer war das denn?

Auch nach Heinz Oertel ist eine Straße benannt worden. Er lebt noch heute dort.
Auch nach Heinz Oertel ist eine Straße benannt worden. Er lebt noch heute dort.

Welche Personen sind in der Gemeinde Bönningstedt verewigt – und warum?

shz.de von
20. Juli 2018, 16:00 Uhr

Nicht nur der Hauptlehrer Eduard Bordewieck ist in Bönningstedt mit einem Straßennamen gewürdigt worden, auch zahlreiche weitere Namen finden sich auf Schildern wieder. Zum Beispiel in der Franz-Rabe-Straße. „Er war zwei Mal Bürgermeister in Bönningstedt: von 1951 bis 1955 und von 1959 bis 1962“, erklärt Sigrid Duvigneau, Vorsitzende des Bönningstedter Heimatvereins. Zunächst sei Rabe im Schleswig-Holsteinischen Wählerbund (SHW) gewesen, später sei er Mitglied der SPD geworden. Der Chronist des Heimatvereins, Joachim Czolbe, ergänzt: „Er war sehr beliebt und sorgte für die Integration der zahlreichen Flüchtlinge, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bönningstedt kamen und dafür sorgten, dass sich hier die Bevölkerungszahl verdoppelte.“

In dieser Zeit sei die Anzahl der Mitglieder in der SPD stark angestiegen. „Das liegt daran, dass viele der neuen Bürger auf den Werften in Hamburg arbeiteten und dort die Gewerkschaften stark vertreten waren“, erklärt Czolbe. Übrigens: Auch Rabes Name ist vermutlich, genauso wie der von Eduard Bordewick, falsch geschrieben, denn auf der Wahlliste von 1951 taucht er als „Franz Raabe“ auf.

Nach einem weiteren SPD-Mitglied ist der Peter-Hartmann-Weg benannt. „Er war von 1961 an viele Jahre im Gemeinderat aktiv“, berichtet Duvigneau. Außerdem habe er für viele Jahre den Vorsitz des Sportvereins Rugenbergen (SVR) übernommen. Nach seinem Tod im Jahr 2009 wurde ihm der Weg zur Sporthalle des SVR an der Kieler Straße gewidmet.

Ebenfalls mit dem SVR verbunden ist das Werner-Bornholdt-Sportzentrum an der Ellerbeker Straße. „Er war CDU-Mitglied und Bürgermeister von 1974 bis 1998. Anschließend wurde er zum Ehrenbürgermeister ernannt“, erklärt Duvigneau.

Seine Begeisterung für Sport habe er als Schiedsrichter und Fußballspieler ausgelebt, erläutert Czolbe. „Er war sehr bürgernah und beliebt. Auch im Chronikkreis des Heimatvereins war er aktiv“, so Czolbe. Zahlreiche Begebenheiten seiner Heimatstadt habe er aufgeschrieben, viele davon auf Plattdeutsch. „Da er keine Schreibmaschinen mochte, notierte er alles handschriftlich. Es war recht mühsam, das zu entziffern“, berichtet der Chronist. „Das Schild wurde 2012 aufgestellt und ziert seitdem den Parkplatz des SVR“, erklärt Czolbe. Während alle bislang erwähnten Persönlichkeiten posthum geehrt wurden, erhielt Heinz Oertel „sein“ Straßenschild vor der Haustür bereits zu Lebzeiten. „Das ist wirklich eine Seltenheit“, betont Duvigneau. Zum 90. Geburtstag sei er mit der Widmung des Durchgangs überrascht worden. „Er wusste vorher von nichts und hat sich wirklich sehr gefreut“ erinnert sich Czolbe. Oertel wurde erst kürzlich von dem ehemaligen Kreispräsidenten Burkhart E. Tiemann (CDU) für sein unermüdliches Engagement für die Gemeinde und die Bönningstedter Volkshochschule ausgezeichnet. Außerdem war er Lehrer an der Hermann-Löns-Schule in Ellerbek. Die Partnerschaft des Kreises mit East Sussex war für Oertel eine Herzensangelegenheit. Des Weiteren war er Mitbegründer der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Bönningstedt und der Stadt Seaford. Er lebt noch heute in seiner Straße. Im Oktober feiert der inzwischen 100-Jährige seinen Geburtstag.

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