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Quickborner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 07:45 Uhr

Konzert : Stimmgewaltig für arme Kinder

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Vier Chöre sangen in der vollbesetzten Marienkirche zugunsten einer Schule in dem indischen Ort Doliambo.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Quickborn | „In Indien ist nichts mehr, wie es einmal war“, erläuterte Axel Siegemund vom Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit (ZMÖ) während eines Benefizkonzerts am Sonntag in der Marienkirche Quickborn. Der Frauenchor Quickborn von 1920, der Männergesangverein Holsatia Hemdingen-Bilsen von 1888, der Kinder- und Jugendchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh, der Black-Rose-Gospel-Chor Hasloh und die Kantorei der Marienkirche hatten ein weihnachtliches Musikprogramm zusammengestellt, um Spenden für die christliche Schule im indischen Doliambo einzuwerben.

Die Chorleiter Susanne van den Bos, Kai Schnabel und Michael Schmult setzen auf traditionelle und moderne weihnachtliche Lieder, mit denen sie die Zuhörer in der voll besetzten Kirche begeisterten. Bei vielen Stücken sangen die Besucher mit – mal lauter, mal leiser.

„Das alte Spiel der Religionen hat begonnen“

Siegemund erläuterte die Situation in Indien. „Das alte Spiel der Religionen hat begonnen. Indien ist so religiös wie noch nie. Mit Religion wird Politik gemacht – vor allem auf dem Land“, sagte Siegemund, der im Februar wieder selbst nach Indien reisen wird, um die christliche Schule zu besuchen, die seit mehr als zwei Jahrzenten von der Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh unterstützt wird. 200 Schüler aus den weit verstreut liegenden Bergdörfern haben dort die Chance, den Unterricht zu besuchen. Die Kinder gehören zur Gruppe der Adivasi. Diese stehen außerhalb des in Indien vorherrschenden Kastensystems und damit in der Gesellschaft ganz unten. „Ihr seid hier zu Hause. Ihr seid gewollt. Ihr seid nicht die Latrinenputzer der Zukunft, wie es vielleicht eure Eltern oder Großeltern waren. Das ist die Weihnachtsbotschaft, die in Doliambo das ganze Jahr gelten sollte“, sagte Siegemund.

Derzeit versuche Indien seine Bevölkerung unter dem Motto „Come Home“ dazu zu motivieren, wieder dem Hinduismus beizutreten. 79,8 Prozent der Bevölkerung gehören ihm an. 14,2 Prozent der Inder glauben an den Islam, 2,3 sind Christen, 1,7 Prozent halten sich zur Sikh-Religion und 0,7 Prozent an den Buddhismus. „Würden die Kinder in der Schule Hindus werden, wären sie vor einem sicher: Sie würden nie mehr eine Schule von innen sehen“, mahnte Siegemund. „Es ist schön, wenn du da bist, denn du bist gewollt. Diese Botschaft gilt für die Jugendlichen in Indien, das können wir aber auch Menschen in unserem Land sagen, die keine Perspektive sehen“, betonte er.

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