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Fluglärm : Starts nach 23 Uhr sorgen für Ärger

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Hasloher Umweltausschuss diskutiert über Statistik der Flugbewegungen. Ein Experte soll eingeladen werden.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Hasloh | Längere Zeit stand das Thema Fluglärm nicht mehr auf den Tagesordnungen der Ausschüsse und der Gemeindevertretung. Dennoch ist es nicht in Vergessenheit geraten. „Es ist für die Gemeinde ein gravierendes Problem, und wir müssen es im Blick behalten“, betonte Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Er brachte eine Statistik der Verteilung der Flugbewegungen aus den Jahren 2010 bis 2016 mit.

„Wir haben eine neue Höchstzahl aus den letzten sieben Jahren erreicht“, erklärte Brummund. Während im Jahr 2010 noch 48.187 Starts und 19.192 Landungen über das Ohmoor – insgesamt 67.379 –, also auch über Hasloh, gingen, liegt die Zahl der Starts im vergangenen Jahr bei 48.068 und die der Landungen bei 21.641. Macht insgesamt eine Bewegung von 69.727 Flügen, die über das Ohmoor geleitet werden. „Das sind 44,5 Prozent aller Bewegungen. Für uns ist das ein neuer Negativrekord, und wir liegen deutlich über dem Durchschnitt“, betonte der Bürgermeister, der auch Mitglied der Fluglärmkommission ist. Vergleiche man die Zahlen mit anderen Routen über Langenhorn, Niendorf oder Alsterdorf, sei das Ergebnis nicht nachvollziehbar. Die Flugbewegung über Langenhorn ist mit einer Gesamtzahl von 46.222 und somit 29,5 Prozent an zweiter Stelle. Besonders kritisch sieht Brummund die Starts und Landungen zwischen 22 und 6 Uhr beziehungsweise zwischen 23 und 6 Uhr. „Der Hamburger Flughafen hat eine Betriebserlaubnis bis 23 Uhr“, erklärte der Bürgermeister. Das Problem: „Etliche Flüge haben Verspätung und fliegen noch weit über den Zeitraum hinaus“, sagte Brummund. Im Jahr 2015 starteten zwischen 23 und 6 Uhr über das Ohmoor noch 79 Flugzeuge, 260 landeten. 2016 waren es 117 Starts und 291 Landungen. „Auch hier ist eine Steigung zu erkennen“, sagte Brummund. Zwar habe es laut Flughafen Hamburg in den vergangenen drei Monaten einen umgekehrten Trend gegeben, „doch das kann sich auch schnell wieder ändern“. Dennoch sei es wichtig, nicht überzureagieren. „Wir wollen ja nicht gleich das ganze Dorf evakuieren“, sagte er weiter.

Das Ziel für Hasloh sei klar: „Entscheidend ist der Flugplan. Wenn kein Puffer für die Starts und Landungen eingeplant ist, dann ist es kein Wunder, dass die Flugzeuge noch nachts unterwegs sind“, erklärte Brummund weiter. Außerdem sei es ein Anliegen, dass der prozentuale Anteil der Flugbewegungen nicht weiter steige. Brummund appellierte an die Hasloher, Beschwerden beim Flughafen Hamburg über Fluglärm einzureichen. „Es bringt etwas. Wenn wir nichts sagen, denken sie, es sei alles in Ordnung“, betonte er.

Bei den Ausschussmitgliedern sorgten die Zahlen teilweise für Unverständnis. „Dass Flugzeuge auch nach 23 Uhr eventuell noch in Hamburg landen müssen, ist vollkommen nachvollziehbar, aber warum müssen überhaupt so viele nach 23 Uhr noch starten?“, fragte Andreas Zornikau (SPD). Genau dort wolle Brummund ansetzen. „Wir dürfen keine Illusion verfolgen und denken, dass bald gar keine Flugzeuge mehr über Hasloh fliegen, aber wir sollten uns Ziele setzen.“ Die Mitglieder des Umweltausschusses einigten sich darauf, zu einer der nächsten Sitzungen einen Experten des Hamburger Flughafens einzuladen. „Darauf müssen wir uns gut vorbereiten“, kündigte Brummund an.

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