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„Eine unakzeptable Belastung“ : Stadt Quickborn lehnt Ellerauer Bebauungsplan zur Erweiterung des Gewerbegebiets Ost ab

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Stadt Quickborn lehnt Ellerauer Bebauungsplan zur Erweiterung des Gewerbegebiets Ost ab. Zunahme des Verkehrs befürchtet.

shz.de von
erstellt am 20.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Quickborn | Die Gemeinde Ellerau will ihr Gewerbegebiet Ost erweitern – und zieht damit den Ärger der Quickborner Stadtverwaltung auf sich. Deren Befürchtung: Die Verkehrserschließung würde „eine unakzeptable Belastung auf Quickborner Stadtgebiet“ nach sich ziehen, heißt es in der Beschlussvorlage, die am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (Asu) diskutiert wurde. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) sagte: „Das wird auf eine harte Auseinandersetzung hinauslaufen.“

Fachbereichsleiterin Friederike Lattmann hatte das Thema wegen Eilbedürftigkeit auf die Tagesordnung setzen lassen. Denn laut Vorlage endet am 2. Juli die Frist, innerhalb der die Verwaltung zu dem Verkehrsgutachten Stellung nehmen kann, das Ellerau am 11. Juni vorgelegt hat. Mit der Untersuchung war die Gemeinde einer Forderung der Stadt nachgekommen, die sie im Dezember 2014 zum Ellerauer Bebauungsplan Nummer 24 „Erweiterung des Gewerbegebiet Ost“ abgegeben hatte.

„Wir haben eine scharf formulierte Stellungnahme geschrieben, dass wir die Planungen ablehnen“, berichtete Felix Thermann vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt den Ausschussmitgliedern. Zuvor hatte er auf Grundlage des Gutachtens unter anderem erläutert, dass sich durch die Umsetzungen der Pläne die tägliche Zahl der Fahrzeuge auf der Bahnstraße zwischen Wald- und Kiefernweg von 3800 auf 5600 erhöhen würde. Der Anteil der Lkw werde mit neun Prozent prognostiziert.

Rüge wird aufrecht erhalten

Doch gerade im Hinblick auf die enge Bahnstraße sei hier „besondere Vorsicht gegenüber nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern geboten“. Für den Bereich Kiefernweg führte Thermann aus, die Umsetzung der Pläne bedeute laut Prognose des Gutachtens eine Steigerung des Verkehrsaufkommens von 20 Prozent auf 4100 Fahrzeuge mit einem Lkw-Anteil von acht Prozent. Die Gutachter würden deshalb Handlungsbedarf sehen und verkehrssteuernde Maßnahmen wie Geschwindigkeitsreduzierung oder Tonnagebeschränkungen empfehlen, schreibt Thermann in der Vorlage.

Er hält fest, es sei „nicht hinnehmbar, dass durch eine Planung der Gemeinde Ellerau verkehrssteuernde Maßnahmen im Stadtgebiet Quickborns notwendig werden.“ Und weiter: „Die Gemeinde Ellerau kommt dem nachbargemeindlichen Abstimmungsangebot hier nicht ausreichend nach.“ Für Unmut im Quickborner Rathaus sorgte denn auch die laut Stadt nicht erfolgte Beteiligung an der Änderung des Ellerauer Flächennutzungsplans.

Dies hatte die Verwaltung bereits im Dezember 2014 gerügt. „Diese Rüge wird aufrecht erhalten“, kündigte Köppl während der Sitzung an und fügte gestern auf Nachfrage an: „Das werden wir auch gegenüber dem Innenministerium zum Ausdruck bringen.“ Mit dem Thema wird sich der Asu aller Voraussicht nach auf einer Sondersitzung im Vorfeld der Ratsversammlung am 29. Juni erneut befassen.

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