Stadt braucht die Digitalisierung

Das Wahrzeichen der Stadt auf der Fensterbank, die lokalen Themen im Blick: Thomas Köppl will auch nach Oktober 2016 Quickborns Verwaltungschef sein.
Das Wahrzeichen der Stadt auf der Fensterbank, die lokalen Themen im Blick: Thomas Köppl will auch nach Oktober 2016 Quickborns Verwaltungschef sein.

Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) möchte für Quickborn eine Vorreiterrolle in Sachen E-Mobilität und öffentliches WLAN-Netz

shz.de von
02. Januar 2018, 16:56 Uhr

Die Stadt Quickborn boomt, und das nicht erst seit dem vergangenen Jahr. Die Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen ist groß, das urbane Flair und Freizeitangebot machen die Stadt zu einer guten Alternative für diejenigen, denen Hamburg zu teuer und zu eng ist. Eine große Chance für Politik und Verwaltung, aber auch eine riesige Verantwortung.

Immer wieder wurde in den Gremien auch die Frage diskutiert, wohin sich Quickborn entwickeln soll, wie viel Wachstum sie verträgt. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU, Foto) erläutert im Gespräch mit unserer Zeitung, welche Themen nach seiner Ansicht in den kommenden Monaten ganz oben auf der Agenda stehen sollten und nennt in diesem Zusammenhang auch den digitalen Wandel als eine der größten Herausforderungen, denen sich Politik und Verwaltung stellen müssen.

„Man kann das gut oder schlecht finden, aber er wird kommen und alle Lebensbereiche noch umfassender als bisher beeinflussen“, sagt er. Wer die Zukunftsfähigkeit der Stadt dauerhaft sichern wolle, müsse sich darauf einstellen. Grundsätzlich sieht Köppl Quickborn bei dem Thema schon gut aufgestellt, allerdings möchte er erreichen, dass die Stadt bei der Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnimmt. „Wir haben eine gute Ausgangsposition, die wir unbedingt nutzen sollten.“ Deshalb fordert er eine Diskussion unter anderem über den Ausbau des öffentlichen WLAN-Netzes, die Digitalisierung der Verwaltung, Elektromobilität und intelligentere Nahverkehrssysteme.

Die Nachfrage nach Grundstücken und Wohnungen bleibt auch im kommenden Jahr auf einem hohen Niveau und damit nach Ansicht des Bürgermeisters Dauerthema in den Gremien. Er setzt auf maßvolles Wachstum, erteilt aber gleichzeitig der Ausdehnung in der Fläche eine Absage. „Wir setzen auf dezentral im Stadtgebiet verteilte Nachverdichtungsprojekte und werden dabei darauf achten, dass unsere Infrastruktur mit Schulen und Kindertagesstätten ausgelastet, aber nicht überlastet wird.“

Anders wird die Stadt dagegen bei der Schaffung neuer Gewerbeflächen verfahren. „Der Standort ist bei Gewerbetreibenden sehr gefragt, und daran wird sich wohl nur insofern etwas ändern, als die geplante S 21 zu einem erneuten Anstieg des Interesses führen wird.“ Aktuell sind keine Gewerbegrundstücke mehr verfügbar, eine Lücke, die nach Einschätzung Köppls geschlossen werden muss. „Die Realisierung eines neuen Gewerbegebiets wird deshalb eine wichtige Aufgabe in 2018 sein.“ Im Fokus steht eine etwa 20 Hektar große Fläche zwischen Pascalstraße und Ohlmöhlenweg, mit der das Gewerbegebiet Nord weiterentwickelt wird. Das Bauleitplanverfahren läuft bereits.

Ein großes Thema war und bleibt auch die Bildung in Quickborn. Die Schaffung von Betreuungsplätzen in Schulen und Kindergärten sowie die Modernisierung der Schulen bindet Ressourcen. „Ich bin sehr dankbar für die neue Freie Grund- und Gemeinschaftsschule unter der Trägerschaft der ASG“, so Köppl. Sie sei modern, leistungsfähig und damit eine Bereicherung für die Schullandschaft. „In diesem Jahr wird die Freie Kita in der Feldbehnstraße in Betrieb genommen, und die Kita in der Zeppelinstraße wird gebaut und ebenfalls in Betrieb genommen. Das war nur möglich, weil das Zusammenspiel von Politik und Verwaltung gut klappt“, sagt Köppl. Die Diskussionen seien konstruktiv. „Es wird gestritten, und das ist gut und richtig so. Wichtig ist aber, dass diese Auseinandersetzungen nicht zu Reibungsverlusten führen, sondern das Ergebnis verbessern. Und das ist in Quickborn so.“

Für das neue Jahr wünscht sich der Verwaltungschef mehr Rücksichtnahme und Verständnis für andere Menschen im täglichen Umgang. „Und ich hoffe auf einen noch optimistischeren Blick in die Zukunft und mehr Vertrauen in die Stärke unserer Stadt.“

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