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Quickborner Tageblatt

23. September 2017 | 07:53 Uhr

Bibi Maass : Spießertum, Botox und Putzsucht

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Viel Applaus erhielt Bibi Maaß in Ellerau für ihr Comedy-Debüt.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 14:00 Uhr

Ellerau | „Morgen Mädels. Boa, sind da viele“, begrüßte Bibi Maaß ihre Zuhörerschaft beim restlos ausverkauften „Mädelsabend“ im Landhaus Saggau in Ellerau. Mit ihrer einleitenden Begrüßung analysierte sie treffend die Situation.

Die Kellner hatten Mühe, flott noch zusätzliche Stühle in den Saal zu schieben und diverse Extra-Schnittchen zuzubereiten. Beide Aufführungen von Maaß erstmals präsentiertem Soloprogramm kamen bei ihrem ausschließlich weiblichen Publikum gut an.

Es zeigte sich, dass sich bei der Präsentation von „bitter-süßen Gedanken einer Frau von über 50 Jahren“ insbesondere selbstironisch reflektierende Frauen einfanden. Denn gelacht wurde viel beim Auftritt der Autorin und Theaterleiterin der Gruppe „Bühnenreif“. Beachtlich: Maaß präsentierte eineinhalb Stunden lang ausschließlich Texte aus eigener Feder.

In den Abend führte der Sohn der Darstellerin, Hannes Maaß ein. Er verkündete prompt, seine Mutter habe sich aus lauter Panik vor so viel Publikum – „auf dem Männerklo verbarrikadiert“. Lautstark wurde die 54-Jährige dann begrüßt. „Kein Applaus, schreien sie, klopfen sie auf die Tische“, rief Sohn Hannes und erzielte prompt die gewünschte Reaktion vom Publikum.

Bei ihrer Bühnenshow begann Maaß vorab von ihrem 50. Geburtstag zu erzählen. „50, die erste Halbzeit ist geschafft, doch was kommt jetzt? Der Abstieg? Die Menopause?“, fragte sie ihr Publikum. „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, gelebt werden muss es vorwärts“, erläuterte die Quickbornerin. Dem Gesichtsausdruck der Zuschauer war zu entnehmen, dass sie Maaß in diesem Punkt nur allzu gut folgen konnten. Die Schauspielerin erinnerte an frühere Zeiten. Damals habe sich noch vieles mit einem neckischen Lächeln oder Schwenk der weiblichen Hüfte regeln lassen.

Mit fortgeschrittenem Alter hieße es hingegen, sich auf Werte wie positive Ausstrahlung und Humor zu besinnen. „Die wilden Jahre sind vorbei“, bilanzierte Maaß lakonisch.

Auch bei Themen wie Botox, Figurproblemen, Spießertum, Altersstarsinn und Putzsucht amüsierte die Regisseurin ihr Publikum. Dabei agierte sie temperamentvoll und präsentierte Texte mit starker Mimik und Betonung.

Nach der Show mit Zugabe gab es viel Lob vom Publikum. „Sie spricht den Frauen völlig unverkrampft, selbstironisch und mit Charme so richtig aus der Seele“, brachte es Zuschauerin Renate Diekert auf den Punkt.

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