Standortwechsel : Spieliothek Quickborn: Ein Umzug mit 2000 Spielen

Sie wachen über die einzigartige Spielewelt in der Quickborner Goetheschule: Spieliothek-Kassenwartin Ayr Lie Rudolph (von links), Beisitzerin Conny Schultz, Pressesprecherin Karola Kaldenhoff, Vorsitzende Ingeborg Wöhlke und stellvertretende Vorsitzende Melanie Öwerdieck.
Sie wachen über die einzigartige Spielewelt in der Quickborner Goetheschule: Spieliothek-Kassenwartin Ayr Lie Rudolph (von links), Beisitzerin Conny Schultz, Pressesprecherin Karola Kaldenhoff, Vorsitzende Ingeborg Wöhlke und stellvertretende Vorsitzende Melanie Öwerdieck.

Mitglieder der Spieliothek Quickborn bestätigen ihren Vorstand und bereiten nun den für Sommer geplanten Ortswechsel vor.

shz.de von
09. März 2018, 12:45 Uhr

Quickborn | Im Vorstand des weit über 40 Jahre alten Vereins der Spieliothek Quickborn bleibt nach den Wahlen während Jahreshauptversammlung am Mittwoch alles unverändert. Alle Mitglieder des Führungsgremiums wurden in ihren Ämtern bestätigt. Zuvor hatte Vorsitzende Ingeborg Wöhlke ein positives Fazit der Arbeit im vergangenen Jahr gezogen. „Die Resonanz auf das Angebot unserer Spieleabende einmal im Monat hat deutlich zugenommen. Inzwischen sind wir immer zwischen zwölf und 30 Teilnehmer“, sagte sie vor Mitgliedern und Vertretern der Stadt, darunter SPD-Ratsherr Gerhard Teepe, SPD-Chef Tom Lenuweit, FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer und Quickborns Erster Stadtrat Klaus Hensel (CDU).

Mehr als 120 Mitglieder

Hinter der Spieliothek, die ihre Räume im Keller der Goetheschule hat, steht ein grundsolider Verein. Der Vorstand hat im vergangenen Jahr einen Etat von mehr als 20.000 Euro verwaltet. Für die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit sorgen insbesondere Spender und die Einnahmen durch die Tombola beim jährlichen Kinderfest oder den Kuchenverkauf bei Veranstaltungen. Hinzu kommen die Beiträge der mehr als 120 Mitglieder und der Zuschuss der Stadt Quickborn. Das Geld braucht der Vorstand, um etwa die bei Kindern beliebten Bastelangebote oder das gemeinsame Backen durchführen zu können. Außerdem muss der Bestand an Gesellschafts- und Großspielen gepflegt und erweitert werden. Und schließlich bildet der Vorstand derzeit Rücklagen, um den bevorstehenden Umzug auf das Gelände der Quickborner Comenius-Schule bezahlen zu können. „Wir haben 8000 Euro gespart, aber die werden wir in diesem Jahr ausgeben“, sagte Wöhlke.

In den Regalen der Spieliothek liegen rund 2000 Brett- und Würfelspiele, darunter viele Klassiker, aber eben auch zahlreiche Neuerscheinungen. Eine wunderbar analoge Welt, in der sich 22 Betreuerinnen um die überwiegend ganz jungen Besucher und Nutzer kümmern. Hensel, der die Grüße von Bürgermeisters Thomas Köppl (CDU) überbrachte, sprach von einer „segensreichen Tätigkeit“ der ehrenamtlichen Kräfte und lobte das Engagement. „Ich bin positiv überrascht, aber auch sehr froh über die steigende Resonanz.“

Umzug im Sommer

Derweil warten die Damen auf das Signal der Stadt zum Umzug. Der Termin ist in den vergangenen Monaten immer wieder verschoben worden. Nun soll es zu den Sommerferien so weit sein. „Wir waren bislang mit der Planung unserer Jahrestermine sehr vorsichtig“, sagte Vereinssprecherin Karola Kaldenhoff. Die voraussichtlich letzte Veranstaltung in den bekannten Räumen wird das Kinderfest am Sonnabend, 23. Juni, sein.

Neues Domizil der Spieliothek wird ein Gelbklinkerbau aus den 1960er Jahren, der zurzeit grundsaniert wird. Die Arbeiten sind umfangreicher als bisher angenommen. Grund: Nach der Entkernung des Gebäudes steht jetzt fest, dass die Dachkonstruktion ebenfalls erneuert werden muss. Die Holzbalken sind morsch. Damit ist nicht nur die Finanzplanung der Stadt hinfällig – die zusätzlichen Maßnahmen kosten nach ersten Schätzungen 180 000 Euro. Die Mitglieder der Spieliothek befürchten außerdem, dass sich der Umzug durch den Mehraufwand erneut verzögern könnte.

Helge Maurer, Leiter des Fachbereichs Liegenschaften, teilt die Sorge nicht. „Ich gehe im Augenblick davon aus, dass der Umzug wie geplant zu den Sommerferien stattfinden kann“, sagte er. Schon jetzt überlegen die Spieliothek-Mitarbeiter deshalb, wie sie etwa die Eisenbahn transportieren sollen. „In einem Stück geht es nicht, aber wir können sie auch nicht teilen“, sagte Conny Schultz, deren Mann die Modelleisenbahn gebaut hat.

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