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„Sonne sehen wir hier nicht“ : Spiel-i-othek Quickborn bleibt im Schulkeller

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Spiel-i-othek Quickborn muss weiter mit dem Keller der Goethe-Schule Vorlieb nehmen. Ein Umzug in die Comenius-Schule liegt auf Eis.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 15:00 Uhr

Quickborn | „Gecancelt“ – so fasst die Vorsitzende Heike Bliedung die Umzugspläne der Spiel-i-othek zusammen. Eigentlich sollte die ehrenamtlich geführte Einrichtung im Sommer aus dem Keller der Goethe-Schule in das Haus 2 der Comenius-Schule ziehen. „Wir sind von der Stadt informiert worden, dass dies aufgrund der Flüchtlingssituation nicht möglich ist. Die Räume würden für Ausschusssitzungen gebraucht“, sagt Bliedung. Der neue Umzugstermin? „Voraussichtlich in zwei bis drei Jahren“, schätzt die Vorsitzende.

„Das steht in Abhängigkeit zur Flüchtlingssituation. Die Räumlichkeiten werden für die Sitzungen der Ausschüsse genutzt“, bestätigt Carsten Möller, Fachbereichsleiter Kindertagesstätten, Ehrenamt und Kultur, auf Anfrage dieser Zeitung. Da die Interimsabteilung Flüchtlingsunterbringung im Sitzungstrakt des Rathauses untergebracht wurde, wird das Haus 2 nun für Versammlungen der Fraktionen und der Fachausschüsse benötigt. „Wir haben das Problem Räumlichkeiten zu finden, die dauerhaft nutzbar sind“, erläutert Möller. Es sei nach Alternativen gesucht worden, diese gebe es aber derzeit in der Eulenstadt nicht. Daher verzögere sich der Umzug der Spiel-i-othek. „Wir rechnen mit zirka zwei bis drei Jahren“, sagt Möller und ergänzt: „Es kann aber auch länger dauern. Leider kann niemand sagen, wie lange uns das Flüchtlingsthema noch beschäftigt.“

Die ehrenamtlichen Helfer der Spiel-i-othek haben reagiert. Im Laufe des Januars strichen sie das etwa 140 Quadratmeter große Areal für Großspielgeräte wie Billardtisch und Kicker neu. „Wir haben den Bereich komplett renoviert. Nun kann man sich wieder wohlfühlen“, ist sich Bliedung sicher. Vor allem auf das nun gelb strahlende Bällebad ist die Vorsitzende stolz. 2000 Euro investierte der Verein insgesamt und griff dabei auf die Rücklagen zurück, die eigentlich für den Umzug geplant waren. „Wir hoffen noch, dass wir Sponsoren finden“, sagt Bliedung.

Zumindest an dieser Stelle gibt es positive Signale aus der Politik. Die SPD stellte im Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales den Antrag, der Spiel-i-othek zusätzliche Finanzmittel bis zu 2000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Der Rat hat diese auch mit dem Haushaltsplan genehmigt. Nun warten wir darauf, dass der Haushalt genehmigt wird“, erläutert Möller.

Gedanken an eine Renovierung

Derzeit überlegt Bliedung, auch die Küche, die 2009 bei einem Einbruch mit Graffitis beschmiert wurde, und einen Lagerraum zu renovieren. „In den letzten Jahren gab es keine Instandhaltungsarbeiten. Darüber denken wir nun nach, wenn wir bleiben müssen“, berichtete die Vorsitzende, die bereits bei der Gründung und der ersten Stunde im Keller der Goethe-Schule dabei war.

Ihr großer Wunsch: „Wir möchten endlich raus aus dem Keller. Wenn wir richtig sonnige Räume haben, ist es etwas anderes. Wir haben zwar Fenster, aber Sonne sehen wir hier nicht.“ Dennoch nimmt sie die Entwicklung mit einer Mischung aus Gelassenheit und Resignation: „Da kann man nichts machen. Wir müssen einfach damit leben und das Beste daraus machen.“

Dabei war schon alles vorbereitet. Ein Angebot für eine neue Küche „mit allem Drum und Dran“ lag vor. „Wir haben alle Gegenstände maßstabsgetreu nachgebaut und hin und her geschoben. Wir haben alles bis zu den Fußmatten unter den Garderobenhaken geplant“, beschreibt Bliedung. Denn bei 50 Quadratmetern weniger Fläche sei eine gute Planung notwendig. „Alles war vorbereitet. Nur noch nicht gepackt.“ Wann die Umzugskartons tatsächlich geordert werden müssen, bleibt vorerst offen.

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