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Quickborner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 08:02 Uhr

Quickborn : Speeldeel zurück auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Theaterfans mussten sich zweieinhalb Jahre gedulden, nun feierte das Stück „Roland schall flegen“ Premiere im Artur-Grenz-Saal. Die lange Pause hat allerdings Spuren hinterlassen.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Zweieinhalb Jahre mussten die Fans der Quickborner Speeldeel auf plattdeutsches Theater verzichten. Solange war deren baufällig gewordene Spielstätte, die Aula der Comenius-Schule, gesperrt. Jetzt aber, nach Renovierung und feierlicher Wiedereröffnung, strömten die treuen Theaterfreunde erwartungsvoll in die inzwischen Artur-Grenz-Saal getaufte Halle. Gerade noch rechtzeitig vor dem Ende ihres Jubiläumsjahres steht die nunmehr achtzigjährige Theatertruppe wieder auf den geliebten Brettern und im Rampenlicht. Mit „Roland schall flegen“ kehrten sie zurück in die Sphären der Musen.

Ganz spurlos vorbeigegangen war die lange Pause an den Mimen nicht. Bei der Premiere wirkten sie jedenfalls noch etwas unsicher. Souffleuse Wilma Wulff hatte viel zu tun. Unter der Regie von Christa Gehrig kamen einige auch mit den Charakteren ihre Rollen noch nicht gut zurecht. Da ist etwa der Tierarzt Dr. Roland de Ries, der als angesehene Persönlichkeit im Dorf glaubt, seine Flugangst verheimlichen zu müssen. Jens Rapule macht aus dieser Rolle aber eher einen Dorftrottel.

Umso überzeugender und komischer ist Rapule dann aber, wenn der Tierarzt sich als sein eigener vornehmer Verwandter aus Hamburg ausgeben muss. Auch seine Frau Herma (Nicole Bastein) läuft zu wirklicher Hochform erst auf, als sie sich in der Verkleidung ihrer noblen französischen Schwägerin vor den Dorfbewohnern verbirgt.

Vielleicht ist das Stück von Hans Gnant zu kompliziert angelegt. An sich lebt so ein Schwank ja von leicht wiederzuerkennenden Stereotypen. Andeutungsweise sind sie da, als neugierige und geschwätzige Nachbarin Lieschen Halvekatt (Regina Dwinger), als gestrenge Gouvernante die Tante Ubine (Monika Hopmann) oder Otto C. Pufahl (Peter Behn) als hoffnungslos umständlicher Überbringer guter Nachrichten. Und natürlich gibt es ein verliebtes Paar, das sich erst nach vielen Wirren kriegt, Bühnenneuling Ronja Dwinger als Anja de Ries und ihr heimlicher Verlobter Hanno Haag (Benjamin Rump). Aber die Handlung ist sehr komplex und auf Schenkelklopfer wartet man vergebens.

In drei Akten geht es um den überraschenden Gewinn einer Flugreise nach Indien, fatal für einen Preisträger, der sich in keinen Flieger traut. Aber wie kann man sich drücken? Mit unglaublichsten Einfällen bringen sich der Tierarzt und seine Frau in immer ausweglosere Situationen. Dann schließlich kommt nicht mehr ganz unerwartet das glückliche Ende.
Ein Quickborner Theaterfreund verriet, er gehe nie zur Premiere, sondern immer später, wenn alles richtig eingespielt ist.

Diese Chance hätte er am Freitag, 1.November, um 20 Uhr und am Sonnabend, 2. November, um 19 Uhr. An beiden Tagen soll Roland noch mal nach Indien fliegen.

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