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Sporthalle Heidkamp : SPD Quickborn: Sanierung total daneben

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Sozialdemokraten setzen sich mit Forderung nach Wirtschaftlichkeitsgutachten für Neubau durch.

Quickborn | „Wir haben über die Sanierung der Sporthalle Heidkamp schon mehrfach beraten. Wenn auch noch nicht so häufig wie über die des Schulzentrums-Süd“, sagte Ralf Gercken am Dienstag. Ob der Projekt- und Fachbereichsleiter seine Eröffnung im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen scherzhaft gemeint hatte, blieb offen. Am Ende dürfte der Verwaltung aber das Lachen vergangen sein. Denn die Sanierung der Sporthalle liegt praktisch auf Eis. Zunächst soll die Verwaltung ein unabhängiges Wirtschaftlichkeitsgutachten vorlegen, das die Kosten eines Neubaus analysiert.

„Wir halten die Sanierungsmaßnahme für total daneben. Vor allem, weil wir an vielen Punkten Kompromisse eingehen müssen“, kritisierte Karl-Heinz Marrek (SPD) die geplante Investition in Höhe von 2,43 Millionen Euro. Eine neue Halle sei hinsichtlich der jährlichen Belastungen für die Stadt günstiger. Die Folgekosten seien derzeit nicht abzuschätzen. Außer der Sanierung der Fassade, die mit Inkrafttreten der Gefahrstoffordnung am 1. Juni notwendig werde, seien auch die Rohrleitungen eine tickende Zeitbombe. „Es ist doch ein deutliches Zeichen, dass Planer und Architekten keine Garantie für die Lebensdauer übernehmen“, so Marrek. Eine Erneuerung des Leitungssystems war aus Kostengründen abgelehnt worden.

„Wir müssten heute schon Rückstellungen bilden, um für Eventualitäten gerüstet zu sein“, warnte der SPD-Politiker. Die Planungsreserve von 50.000 Euro bezeichnete er als „künstliches Herunterrechnen“ der Gesamtinvestition. „Wir würden finanziell eine Punktlandung hinlegen“, kommentierte Gercken die Aufnahme der Fassade in den Sanierungsplan. Das sah Marrek anders: „Wir werden bei der Ausschreibung vermutlich wieder das Wunder der Kostensteigerung erleben.“ Die Forderungen der SPD: ein Wirtschaftlichkeitsgutachten vor der Ausschreibungsphase, die Sanierung der gesamten Fassade beim Festhalten am Sanierungskonzept und ein externer Projektleiter, der Kosten, Zeitplan und Baustand überwacht. „Es ist kein Misstrauen gegen die Bauleitung der Verwaltung, aber auch Sie können nicht alles gleichzeitig leisten, Herr Gercken“, sagte Marrek.

Das sahen die anderen Fraktionen im Ausschuss anders und lehnten die Forderung nach einem externen Projektleiter, für den fünf Prozent der Investitionssumme – also etwa 120.000 Euro – veranschlagt wurden, ab. Beim Gutachten war es allerdings anders: Unterstützung erhielt die SPD-Fraktion von der FPD, deren Ausschussmitglied Horst Stahl sagte: „Wir stimmen für das Gutachten, weil es genau das ist, was wir für die GoetheSchule gefordert haben.“ FDP-Fraktionsvorsitzende Annabell Krämer sagte: „Es ist ein Gebot der Fairness, dass wir Fakten schaffen. Wir glauben als Fraktion nicht, dass ein Neubau günstiger ist, aber wir wollen Gewissheit.“ Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Hauke Meyn (CDU) machte seinen Standpunkt deutlich: „Wir werden die beiden Anträge ablehnen. Es ist schon mehr als genug Zeit und Geld ins Land gegangen.“

Wie sich bei der Abstimmung herausstellte, sprach der CDU-Politiker nicht für die gesamte Fraktion. SPD und FPD stimmten für den Antrag, zwei CDU-Ausschussmitglieder dagegen. Die Grünen sowie Christa Heinemann de Solari (CDU) enthielten sich. Damit wurde der Antrag genehmigt. „Das bedeutet einen Stopp der Ausschreibungen“, sagte Projektleiter Gercken. Die Beantragung eines Wirtschaftlichkeitsgutachtens würde zu einer Verzögerung um mindestens ein Dreivier- teljahr führen, sagte er. Probleme für den Schulsport sah er nicht: „Wir haben gewisse Risiken, mit denen wir aber umgehen können.“

Die Eckdaten für das Gutachten wurden definiert: Eine neue Halle soll die gleichen Räumlichkeiten wie die bestehende Sporthalle Heidkamp bieten und auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Mit sechs zu eins Stimmen beschloss das Gremium, interne Angelegenheiten erst nach der Erstellung des Gutachtens vorzulegen. Bis zur nächsten Ausschusssitzung will die Verwaltung die Eckdaten für das Gutachten konkret ausarbeiten und von der Politik freigeben lassen, um wirkliche Vergleichsdaten zu liefern.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 12:15 Uhr

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