So schnell wird Schule Geschichte

Vanessa Horn begleitete den Schulchor am Klavier. Die Schüler sangen für die Abiturienten den Song „Counting Stars“ der amerikanischen Pop- und Rockband One Republic.
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Vanessa Horn begleitete den Schulchor am Klavier. Die Schüler sangen für die Abiturienten den Song „Counting Stars“ der amerikanischen Pop- und Rockband One Republic.

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium verabschiedet 88 Abiturienten / Ex-Schulleiterin Angelika Lahrs unter den Ehrengästen

shz.de von
23. Juni 2018, 16:36 Uhr

Berührende und persönliche Worte, Erinnerungen an schöne Erlebnisse, viel Applaus: Eine festliche Verabschiedung hat gestern am Quickborner Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) den Schlusspunkt hinter die Schullaufbahn von 88 Abiturienten gesetzt. Unter den zahlreichen Ehrengästen waren nicht nur Quickborns Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU) und der Leiter des Fachbereichs Bildung im Quickborner Rathaus, Burkhard Arndt, sondern auch die ehemalige Leiterin des DBG, Angelika Lahrs.

„Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist stolz auf den Abiturjahrgang 2018“ stand ganz oben auf dem Programmzettel, ein fast schon liebevoller Satz, der den Ton der Feierstunde bestimmte. Sie wurde mit dem Einzug derjenigen, um die sich alles drehte, eröffnet – begleitet von einem Coldplay-Song und stehenden Ovationen. „Es ist immer wieder berührend und erhebend, so viele liebenswerte junge Menschen auf einem Haufen zu sehen.“ Mit diesen Worten leitete Schulleiter Manfred Brandt seine Ansprache ein.

Darin bezeichnete er Schule als einen „seltsamen Ort zwischen Freiheit und Pflicht“ und räumte ein, dass Lehrer im Alltag oft genug gegen ihre Intuition handelten, weil es die Aufgabe unumgänglich macht. „Lehrer scheinen ganz frei zu handeln und entspannt ihrer Unterrichtstätigkeit nachzugehen. In Wahrheit aber bewegen wir uns eng getaktet durch den Tag“, so Brandt weiter. Während es bei ihnen zumeist bei dem Gedanken an einen Ausbruch aus dem engen Korsett und dem strikten Alltag bleibt, könnten sich die Schüler den Einschränkungen mit „lockerem Rebellentum und stillem Rückzug“ entziehen.

Dem Abiturjahrgang 2018 scheint das auf besonders kreative Weise und unter Einbeziehung der Lehrer gelungen zu sein. „Wir haben alle zusammen festgestellt, dass man hier auch angenehm leben und gemeinsam lachen kann und plötzlich keinen beschränkenden Rahmen mehr spürt“, sagte der Schulleiter. Daraus ergab sich fast zwangsläufig sein abschließender Wunsch für die Zukunft der ehemaligen DBG-Schüler: „Möge es Ihnen gelingen, Ihre Freiheitsräume so weit wie möglich auszudehnen, möge Ihr Leben ein sprühender Tanz sein und mögen Sie vor allem glücklich werden.“

Meyn forderte die Abiturienten in seinem Grußwort auf, neugierig, aufgeschlossen, aber auch kritisch zu bleiben, Fake News und rechtspopulistische Thesen zu entlarven. Und er legte ihnen nahe, Zeit für ein Ehrenamt zu erübrigen. „Wenn alle nur an sich denken, ist doch auch etwas für die Gesellschaft getan – dieser Satz stimmt eben nicht“, sagte er. Lob für Eltern und Lehrer gab es von Schulelternbeiratsvorsitzender Karola Kaldenhoff. „In dem Raster Schule sind aus schüchternen Abc-Schützen selbstbewusste junge Erwachsene geworden“, sagte sie. Abgerundet wurde das Programm der Entlassungsfeier durch Schüler- und Lehrerreden, Musikbeiträge und Ehrungen. Anschließend bat die Schule zu einem Sektempfang.

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