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Quickborner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:36 Uhr

Quickborn : Sie wollen das Himmelmoor schützen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Management-Plan: Das Landesamt stellt einen Entwurf vor.

von
erstellt am 06.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Quickborn | Sie hat mehr als zwei Jahre lang an dem Management-Plan gearbeitet, war vor Ort und hat mit den Betroffenen geredet: Am Donnerstagabend stellte Angelika Bretschneider von der Projektgruppe Natura 2000 des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) den Entwurf in der gut besetzen Mensa des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums vor. Unterstützt wurde sie von ihrer Kollegin Edelgard Heim.
Das Hauptziel des Plans: „Dieses Gebiet darf sich nicht verschlechtern.“ Es sei allerdings kein reiner Naturschutzplan, sondern auch eine Beraterinformation.

Der Entwurf, der bis Ende des Jahres vom Land abgesegnet werden soll, umfasst das etwa 766 Hektar große sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Himmelmoor, das Kummerfelder Gehege und die angrenzenden Flächen. Es gehört zum europaweiten Schutzgebietsnetz „Natura 2000“, mit dem der dramatische Verlust der Arten- und Lebensraumvielfalt in Europa gestoppt werden soll. Ausgenommen sind die zentral gelegenen Flächen im Himmelmoor. Dort wird noch bis 2020 Torf abgebaut.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird das Himmelmoor torfwirtschaftlich genutzt. Auch die Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzfläche und die Entwässerung der Landschaft hätten zu Verlusten von Moorlebensräumen geführt. Deswegen „muss das Himmelmoor wieder verwässert werden, damit die moortypischen Pflanzen weiter wachsen können und die moortypische Tiervielfalt gefördert wird“, erläuterte Bretschneider.

Um die weitere Entwässerung des gesamten Torfkörpers zu stoppen, sollen unter anderem Staudämme aus Torf gebaut und Gräben mit Torf abgedichtet werden und einzelne Dämme saniert werden. Als Pflegemaßnahme nannte sie das Zurückschneiden des stark wachsenden Birkenjungwuchses – auch in der Hörn und auf der Knustwiese.

Eine der wichtigsten Botschaften des Abends war jedoch, dass das Himmelmoor weiterhin als Naherholungsgebiet genutzt werden darf. So bleiben alle fünf Wanderwege und der Moorlehrpfad erhalten. Auch die Reitroute um das Moor gelte als unproblematisch. „Die Ziele stimmen im weiten Teil mit der Vorstellung des Vereins überein“, sagte Klaus Hensel, Vorsitzender des Fördervereins Himmelmoor. Allerdings gibt es noch einen Streitpunkt: die Aussichtsberge. Während das LLUR dort die Rampen aus Schwarztorf abschaffen möchte, weil sie unter anderem klimaschädlich seien, setzt sich der Verein für den Erhalt ein. „Es ist eine hervorragende Möglichkeit, die Weite und Eigentümlichkeit des Himmelmoors wahrzunehmen“, so Hensel. Zwar ist noch einmal eine Ortsbegehung geplant, doch: „Ein Teil bleibt, ein Teil wird abgetragen“, lautet Bretschneiders vorläufiger Kompromiss.

Um die Ziele zu erreichen, müssen die Grundstückseigentümer ins Boot geholt werden: Außer den Landesforsten gehören unter anderem auch Quickborn, der Stiftung Naturschutz, dem Förderverein und etwa 200 Privateigentümern einzelne Flurstücke. „Für eine Akzeptanz der Maßnahmen ist es erforderlich, den Grundstückseigentümern Klarheit über die sich daraus möglicherweise veränderten Nutzungsmöglichkeiten zu geben“, so die Expertin.

Die Maßnahmen könnten in fünf Jahren abgeschlossen sein. Ein paar hunderttausend Euro kostet das Schutzprogramm, schätzt Bretschneider. Zuschüsse gibt es von der EU und der Unteren Naturschutzbehörde. 20 bis 30 Jahre würden wohl vergehen, bevor man den Erfolg „Stück für Stück sehen könnte,“ so Bretschneider.

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