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Quickborner Tageblatt

18. August 2017 | 17:01 Uhr

Quickborn : Sie schützen das Himmelmoor

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mitgliederversammlung des Fördervereins Himmelmoor. Kein Geld von der Aktivregion. Austausch mit Gleichgesinnten.

Quickborn | Der Sitzungsraum im Rathaus war gut gefüllt. Der Förderverein Himmelmoor hatte zu einer Mitgliederversammlung im Rathaus eingeladen. Vertreter vom Bund, der Geschichtswerkstatt, der Lions und der Stadt Quickborn nahmen daran teil, denn auch sie gehören dem Förderverein Himmelmoor an. Sie alle wollen sich für den Schutz des Himmelmoors einsetzen und es als Naherholungsgebiet bewahren.

Der Fördervereinsvorsitzende Klaus Hensel berichtete über schwierige Bemühungen, durch eine Mitgliedschaft in der Aktivregion Holsteiner Auenland an Fördermittel für Projekte im Himmelmoor zu kommen. Insgesamt stehen drei Millionen Euro für aufgenommene Antragsteller innerhalb von fünf Jahren zur Verfügung. „Quickborn hat einen Antrag zur Aufnahme gestellt, doch die Stadt und auch benachbarte Gemeinden sind nicht in die Aktivregion und damit in das Förderprogramm ab 2015 aufgenommen worden.“

Enttäuschte Gesichter im Sitzungsraum. Um so mehr Erfolg erhofft sich Hensel von der engeren Zusammenarbeit mit anderen Moorvereinen, wie im Juli bei einem Besuch des Dosenmoors bei Neumünster vereinbart. „Wir wollen zu einem gemeinsamen Erfahrungs- und Meinungsaustausch in Schleswig-Holstein kommen“, so Hensel.

Dass bereits einen Monat später eine erfolgreiche Exkursion ins Himmelmoor mit Reportern des NDR-Magazins „Nordtour“ zustande kam, deren Sendung am 23. August gezeigt wurde, ist ein weiterer Beleg für die Aktivität des Fördervereins. Von einigen Vereinsmitgliedern wurde allerdings bemängelt, dass der NDR in seinem Drei-Minuten-Beitrag das Himmelmoor als ein Event dargestellt hat.

„Die Torfbahn wurde in den Mittelpunkt gestellt, an der Renaturierung des Moores scheint kein Interesse zu bestehen“, sagte Jürgen Dammers von der Bund-Kreisgruppe Pinneberg. Für Irene Lühdorff von der Geschichtswerkstatt zählt vor allem ein anderer Effekt: „Viele Zuschauer haben zum ersten Mal erfahren, dass es unser Himmelmoor gibt.“ Vorstandsmitglied Bernd Harnack regte an, sich beim NDR, der eine starke Natur-Abteilung beschäftige, um einen Beitrag über das wertvolle Biotop zu bewerben.

Hensel informierte auch über eine weitere Initiative des Vorstands: „Wir haben elf Vereine in Deutschland angeschrieben, die ein Moor betreuen und um Auskünfte über Moorlehrpfade, Förderprojekte und andere wichtige Erfahrungen gebeten. Inzwischen haben uns fünf Vereine zum Teil sehr ausführlich geantwortet. Wir können also unseren Erfahrungsaustausch ausbauen.“

Gespannt ist der Förderverein Himmelmoor, welche Anregungen und Kritikpunkte das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume inzwischen in den „Managementplan“ für die Zukunftssicherung des Himmelmoores aufgenommen habe. Die meisten der anwesenden Mitglieder wollen an der öffentlichen Info-Veranstaltung am Donnerstag, 4. September, ab 19 Uhr in der Mensa des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums teilnehmen.

Angeregt durch den Torfwerk-Leiter Klaus Czerwonka beschloss der Förderverein außerdem, die Mittel für die Auswechslung einer maroden Bank im Himmelmoor zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Sitzbank stiftet Rainer Naujox von den Naturfreunden Pinneberg.

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erstellt am 01.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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