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Quickborner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 14:40 Uhr

Sie beherrscht auch Gebärdensprache

vom

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erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Quickborn | "Wenn ich von der Gleichstellung von Frauen rede, dann sind auch die Männer mit gemeint". Das sagt Hannah Gleisner (31). Und verblüfft mit einer visionären Aussage: "Ich arbeite daran, mich überflüssig zu machen. Das Fernziel ist, dass es mich als Gleichstellungsbeauftragte nicht mehr gibt, weil dann Frauen das gleiche Gehalt wie Männer bekommen und in Teilzeit ohne Karriereknick gehen können."

Was für ein Statement. Hannah Gleisner ist seit dem 2. Mai Quickborns neue Gleichstellungsbeauftragte und die Nachfolgerin von Gisela Glock-Pick, die aus dem Amt ausschied, weil sie sich stärker im Familienbetrieb engagieren möchte (wir berichteten). Die Politik stimmte übrigens der Einstellung der neuen Gleichstellungsbeauftragten während der jüngsten Sitzung der Ratsversammlung einstimmig zu. Gestern wurde Gleisner nun offiziell im Rathaus vorgestellt. Im Gegensatz zu Glock-Pick, lebt Gleisner mit ihrem Partner in Quickborn und ist mit dem eng Ort verbunden. Ihr Abi machte sie auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, sie studierte danach Diplom-Pädagogik in Kiel und arbeitete anschließend vier Jahre lang in Hamburg für die Evangelische Stiftung Alsterdorf. "Dort betreute ich im wesentlichen Menschen mit Behinderung und war in der Beratung, Personalabteilung und Administration tätig", berichtet sie.

Doch dann kam der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Von einer Freundin erfuhr sie, dass in Quickborn eine Stelle als Gleichstellungsbeauftragte frei wurde. Sie bewarb sich und konnte sich unter mehr als 20 Bewerberinnen durchsetzen. "Ich will mich weiterentwickeln. Dieser Job erfüllt alles, was ich mir gewünscht habe. Es ist eine soziale und sinnvolle Aufgabe. Ich brenne dafür", sagt sie.

Außer den allgemeinen Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten möchte Gleisner die Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege ausbauen ("Hier möchte ich die Grundsteine für ein gleichgestelltes Miteinander legen"), ein Angebot für Frauen und Männer schaffen, die Familienangehörige pflegen, und Frauen helfen, die ausgebrannt sind. Bei den Frauen seien es die "Mehrfachaufgaben", die zu einem Burnout führen könnten, so Hannah Gleisner. Einen besonderen Service bietet sie auch noch an: die Beratung in Deutscher Gebärdensprache. "So brauchen wir keinen Dolmetscher", sagt sie.

Den Quickborner Bürgern präsentiert sich Hannah Gleisner auf dem Turmfest am Sonntag, 26. Mai. Dort wird sie die Broschüre "Ohne Frauen ist keine Stadt zu machen", die ihre Vorgängerin mit der VHS-Geschichtswerkstatt zusammengestellt hat, vorstellen.

Gleisner ist im Rathaus unter Telefon (0 41 06) 61 12 74 von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

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