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Semmelhaack will ab Herbst bauen : Seniorengerechte Wohnungen an der Torfstraße in Quickborn

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Verwaltung und de Nachbarn erarbeiten eine Lösung gegen die Scheinwerferlicht.

von
erstellt am 30.Mär.2016 | 12:30 Uhr

Quickborn | Die Wogen im Streit um das sogenannte Ruinengrundstück in Quickborn an der Torfstraße glätten sich. „In dem bewährten Bürgerbeteiligungsverfahren haben wir einen großen Konsens geschaffen“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) während der jüngsten Ratsversammlung.

Einstimmig beschloss das Gremium den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für die erste Änderung des Bebauungsplans 50, in dessen Bereich fast drei Jahrzehnte lang ein verfallenes Haus stand. Ab Herbst 2016 will das Elmshorner Bauunternehmen Semmelhaack auf dem 3000-Quadratmeter-Areal zwei vollunterkellerte Mehrfamilienhäuser mit jeweils zwei Voll- und einem Staffelgeschoss errichten. Bis Juni 2017 sollen sie fertiggestellt werden, kündigte der leitende Projektentwickler Hartmut Thede gestern an. Es sollen 30 seniorengerechte Appartements in einer Größe von 50 bis 78 Quadratmetern entstehen, 40 Prozent als Sozialwohnungen.

Semmelhaack wird 3,9 Millionen Euro investieren, Eigentümer bleiben und die Wohnungen ab Frühjahr zur Miete anbieten. Der Preis für den geförderten Wohnraum beträgt pro Quadratmeter 5,50 Euro. Die anderen Appartements sollen für bis zu zehn Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Für Bedenken der Nachbarn will die Verwaltung im Gespräch mit ihnen bald Lösungen finden. Sorgen bereitet einigen Bewohnern der angrenzenden Reihenhäuser am Rathausstieg etwa die geplanten 24 Stellplätze hinter den neuen Häusern. Die Scheinwerfer der Pkw könnten beim Rangieren in ihre Wohnzimmer leuchten.

Es gibt bereits Vorschläge gegen die sogenannte Licht-Immission, etwa das Anpflanzen einer Hecke, den Bau einer Sichtschutzanlage oder das Absenken des Parkplatz-Niveaus. „Die Lösung kann an verschiedenen Stellen unterschiedlich ausfallen“, erläuterte gestern Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung im Rathaus. Beim Anpassen des Parkplatz-Niveaus müsse allerdings Rücksicht auf eine Esche am Rathausstieg genommen werden. Sie gilt ebenso wie eine Buche an der Torfstraße und eine Eiche an der Boxholmstraße als erhaltenswerter und stadtbildprägender Großbaum. Zudem sollen in der südwestlichen Ecke des Bau-Areals ein Mammutbaum und an der östlichen Grenze eine Baumreihe stehen bleiben. Zwölf Bäume werden laut Beschlussvorlage allerdings gefällt.

Ein Schallgutachten warnt vor dem Lärm des Busverkehrs. Auf Schallschutzwände oder -wälle soll zwar verzichtet werden, der Bebauungsplan schreibt aber einen passiven Schallschutz durch die Dämmung von Fassaden, Fenstern und Balkonen vor. Entwarnung lautet das Ergebnis von Bohrungen des Geologischen Dienst des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Anlass: Das Grundstück liegt in der sogenannten Salzstockhochlage, die theoretisch mit dem Risiko eines unterirdischen Erdfalls verbunden ist. „Sie haben bis 50 Meter Tiefe gebohrt und sind nicht auf wasserlöslische Bereiche gestoßen. Die Bebauung ist daher unproblematisch“, sagte der Quickborner Stadtplaner Felix Thermann. Auf eine Tiefgarage wird verzichtet, aber nicht mit Rücksicht auf den Salzstock. Die Regeln des geförderten Wohnungsbaus verbieten sie.

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