Kirche : Seit 50 Jahren ist die Ansgarkirche selbstständig – deshalb wird in Ellerau gefeiert

Dem Himmel ein Stück näher: Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt (von links), Michaela Drasdauskis vom Organisationsteam und Kirchengemeinderatsvorsitzender Robert Heß grüßen vom Balkon des Ellerauer Glockenturms aus.

Dem Himmel ein Stück näher: Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt (von links), Michaela Drasdauskis vom Organisationsteam und Kirchengemeinderatsvorsitzender Robert Heß grüßen vom Balkon des Ellerauer Glockenturms aus.

Zum Jahrestag lädt die Kirchengemeinde zu einem großen Fest ein. Geplant ist ein Programm mit Gottesdienst und Hüpfburg.

shz.de von
17. Mai 2018, 11:56 Uhr

Ellerau | Die Selbstständigkeit hat einen ganz eigenen Zauber, verheißt die Chance, eigenverantwortlich zu handeln und zu entscheiden. Der Schritt in die Freiheit und Selbstbestimmtheit kann ein guter Anlass für ein Fest sein, auch oder vielleicht gerade 50 Jahre danach. In der evangelischen Kirchengemeinde Ellerau jedenfalls wird es so gehandhabt: Seit der Trennung von der Mutterkirche in Quickborn-Ort und Gründung einer eigenständigen Gemeinde ist genau ein halbes Jahrhundert vergangen, weshalb ein Team um den Kirchengemeinderatsvorsitzenden Robert Heß für Sonntag, 27. Mai, ein ansprechendes Programm für Kirchenmitglieder und Gäste aller Altersgruppen organisiert hat.

„Wir haben allen Grund, in Dankbarkeit zurückzublicken. Gott war in der Vergangenheit immer unter uns, und wir wünschen uns, dass er das auch in Zukunft tun wird“, sagte Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt am Mittwoch bei der Vorstellung des Ablaufs. 2600 Gottesdienste wurden in den vergangenen 50 Jahren in der Ansgarkirche gefeiert, Dau-Schmidt ist seit der Ablösung von der Mutterkirche der vierte Pastor und das Leben in der Kirchengemeinde heute munterer und vielfältiger denn je. Dabei gab es für die Trennung 1968 offenkundig keinen triftigen Grund – kein Streit, keine Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung der Arbeit, keine Disharmonie unter den Pastoren. „So ein Schritt war damals nicht ungewöhnlich. In dieser Zeit wurden viele Kirchen gegründet“, sagte Heß, der in Hasloh lebt.

Neu gebaut wurde deshalb aber nicht, denn in Ellerau gab es schon seit 1962 ein kirchliches Mehrzweckgebäude, das Ansgarhaus, in dem am Sonntag die Gottesdienste und während der Woche das gemeindliche Alltagsleben einen Platz fanden. Daran hat sich seitdem nicht viel geändert. Nur eine Kirche gibt es inzwischen, 1995 wurde sie an das Gemeindehaus angebaut. Die Gottesdienste sind bekannt für die besondere Gestaltung und eine Mischung aus traditionellen und modernen Elementen. Das kommt an, Dau-Schmidt predigt fast nie vor spärlich besetzten Stuhlreihen.

Auch das ist ein guter Grund zu feiern. „Wir haben das Fest so gestaltet, dass es unsere Gemeinde widerspiegelt“, sagte Heß. Los geht das Geburtstagsfest am Sonntag, 27. Mai, um 11 Uhr mit einem Gottesdienst, in den ein Szenenspiel integriert wird. Und auch auf eine Überraschung während der Andacht dürfen sich die Besucher freuen. Im Anschluss gibt es ein „Büfett nach Art des Hauses, zu dem viele Mitglieder dieser Gemeinde etwas beitragen“, so der Kirchengemeinderatschef. Dabei bleibt Zeit, bei einem Quiz sein Wissen über die Kirchengemeinde zu testen oder sich mit den zahlreichen Spielgeräten vertraut zu machen, an und mit denen sich die Kinder die Zeit vertreiben können. Schokokuss-Wurfmaschine, Kletterseile und Hüpfburg gehören dabei zu den spannendsten Angeboten.

Um 14 Uhr findet auf der Wiese neben dem Glockenturm der eigentliche Festakt statt, in dessen Rahmen verschiedene Redner zu Wort kommen. „Damit es nicht so langweilig wird, sorgen wir für Dynamik und Bewegung“, so Mitorganisatorin Michaela Drasdauskis. Etwa durch die Ehrung der Quiz-Sieger und eine moderne Form des Michael-Schanze-Spielshow-Klassikers „1, 2 oder 3“. Bleibt nur zu hoffen, dass sich viele Menschen eingeladen fühlen. Das Fest sei eine gute Gelegenheit, die Kirche kennenzulernen, so der Pastor.

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