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Wohin mit den Schülern : Schulverein plant Demo vor der Ratssitzung

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Besorgte Eltern von Kindern der Goetheschule sowie der Johanniter-Schule und der Freien Gemeinschaftsschule wollen am Montag ihrem Unmut Luft machen.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2015 | 15:30 Uhr

Quickborn | Hoch hergehen dürfte es in der Quickborner Ratsversammlung am kommenden Montag. Nicht unbedingt deshalb, weil die Tagesordnung sonderlich brisante Themen enthält. Vielmehr wollen besorgte Eltern von Kindern der Goetheschule sowie der Johanniter-Schule und der Freien Gemeinschaftsschule die Einwohnerfragestunde nutzen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Zudem soll es eine Demonstration und eine Unterschriftenaktion geben.

Die Versammlung der Ratsmitglieder beginnt um 19 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule. Für 18.30 Uhr hat Anna Graf, Vorsitzende des Schulvereins der Johanniter-Schule „Mit Hand und Herz“, eine Demonstration angemeldet. „Wir machen den Schritt deshalb, weil wir keine andere Möglichkeit mehr sehen, als so an die Öffentlichkeit zu gehen“, begründete Graf die Aktion. Hintergrund: Wo die Erst- bis Fünftklässler der Privatschule nach den Sommerferien unterrichtet werden, ist derzeit noch ungewiss. Klar ist nur: Die Container auf dem Gelände am Justus-von-Liebig-Ring müssen bis zum 31. Juli weichen. Ein Hamburger Investor hat das Areal gekauft und plant dort den Bau von Reihenhäusern. Ein neuer Standort für die Schule wurde etwa drei Monate vor Ablauf der Frist noch nicht gefunden.

Die geplante Anmietung eines Bürogebäudes am Justus-von-Liebig-Ring sei „ein schwebendes Verfahren“, sagte Graf. Ausgang fraglich. Option Nummer zwei ist ein Grundstück südlich der Malchower Brücke, das der Schulträger, die Anerkannte Schulgesellschaft mbH (ASG), im Januar erworben hatte, wie Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) gestern auf Nachfrage bestätigte. „Aber dafür hat die ASG noch keinen Bauantrag gestellt“, so Köppl, der im Hinblick auf diesen Standort zudem auf die „Verkehrssicherungsproblematik“ hinwies.

Eine langfristige Lösung ist den Ausführungen Grafs zufolge allerdings derzeit kaum das vorrangige Ziel der Schulelternschaft. „Ich habe Angst, dass mein Kind seine geliebte Schule nach den Sommerferien nicht mehr besuchen kann“, sagte die Schulvereinsvorsitzende stellvertretend. Vor diesem Hintergrund sei auch ein Kompromiss denkbar. „Es wäre eine Möglichkeit, die Container auf dem Gelände südlich der Malchower Brücke wieder aufzustellen. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass da keine Zwischenlösung möglich sein soll“, befand Graf.

Darauf angesprochen, stellte Köppl indes infrage, ob das Areal überhaupt für eine Schule geeignet sei. „Dort gibt es den Lärm von der AKN, von der Malchower Brücke und vom Justus-von-Liebig-Ring“, gab er zu bedenken und hielt fest: „Es liegt nicht in der Verantwortung der Stadt, wenn ein privater Träger etwas versemmelt.“ Wenn die Schule keinen Standort habe, sei es bedauerlich für die Eltern, „dass sie in der Luft hängen“.

Dennoch: Von ihrem Vorhaben dürften sich Graf und die Elternschaft der Privatschule am Montag dadurch nicht abbringen lassen. „Meine Frage an den Bürgermeister wird sein: Stehen Sie zu dieser Schule oder nicht? Wir wollen ein klares, öffentliches Bekenntnis“, betonte Graf. Da-rauf wartet Susanne Lübke aus dem Vorstand des Elternbeirats der Goetheschule weniger. Sie und ihre Mitstreiter hoffen vielmehr auf ein Einlenken der Stadt, das aktuelle Schulgebäude nicht abreißen und die Jungen und Mädchen ins Schulzentrum Süd umziehen zu lassen.

„Es ist immer noch unser Anliegen, dass die Goetheschule an ihrem Standort bleibt. Wir können weiterhin nicht nachvollziehen, warum er aufgegeben wird“, erklärte Lübke und kündigte an: „Wir werden bis zum Letzten dafür kämpfen, dass er erhalten bleibt und die Schule saniert wird.“ Aber viel Hoffnung konnte Köppl Lübke nicht machen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gremien da noch einmal in die Beratung gehen“, sagte der Bürgermeister. „Die Sanierung der Goetheschule ist nicht finanzierbar.“ Lübke dagegen setzt auf die Einwohnerfragestunde: „Es gibt immer eine Chance, dass noch anders entschieden wird.“

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