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Quickborner Tageblatt

18. November 2017 | 13:14 Uhr

Bönningstedt : Schüler stimmen über Hilfe ab

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Jungen und Mädchen der Grundschule spenden 2500 Euro für indische Schule und entschieden jetzt gemeinsam darüber, wofür das Geld verwendet werden soll.

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 13:30 Uhr

Bönningstedt | Die Freude bei dem Bönningstedter Unternehmer Arne Hansen war groß, als er im Dezember einen symbolischen Scheck über 2500 Euro entgegen nehmen durfte: Mit einem Spendenlauf hatten die Schüler der Grundschule die Summe eingeworben und entschieden, sie an Hansens Projekt „Kids of India“ zu übergeben.

Hansen versprach, nach seiner nächsten Reise von der Übergabe des Schecks in der indischen Schule für blinde Kinder zu erzählen (diese Zeitung berichtete). Außerdem sollten die Kinder nach seiner Rückkehr darüber entscheiden, welche Geräte und Materialien von der Spende angeschafft werden.

Am Montagmorgen war es so weit: Drei Vorschläge waren den acht Klassen vorgelegt worden, jetzt stellten die Klassensprecher vor, für welche Hilfe sich die jeweilige Klasse entschieden hatte. „So oft wie möglich binden wir unsere Schüler in demokratische Entscheidungsprozesse ein“, erklärte Schulleiterin Martina Meyn-Schneider, die mit Lehrerin Meike Gantert das Projekt begleitet. „Ich bin selbst auch ganz gespannt, wofür sich die Kinder entschieden haben“, so die Rektorin.

Zur Auswahl standen als erster Vorschlag die Anschaffung eines Abspielgeräts für Bücher und andere Medien, ein Gerät, um Bilder und Zeichnungen anzufertigen und zu erkennen sowie Bildposter und Lerntafeln. Dzu ein Schrank, in dem diese Gerätschaften aufbewahrt werden können. Der zweite Vorschlag sah vor, verschiedene Musikinstrumente, ein Mikrophon-Set, Uniformen und Kostüme für Auftritte sowie Tische und Stühle zu kaufen. Bei Vorschlag drei hingegen handelte es sich um verschiedenes Mobiliar für die Schule.

Die Entscheidung war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: „Wir haben uns für die Instrumente entschieden“, gaben die ersten Klassensprecher bekannt, doch die zweiten hatten sich für Vorschlag eins entschieden. Erst mit der Abstimmung der Klasse 4 b stand der Sieger fest: Fünf Stimmen für das Lehrmaterial aus Vorschlag eins, drei Stimmen für die musikalische Ausbildung, lautete am Ende das Ergebnis.

„Das gebe ich an mein Büro in Bangalore weiter, damit die Gegenstände so schnell wie möglich gekauft werden können“, versprach Hansen. Damit die Kinder in Bönningstedt einen Eindruck von dem fernen Land und den Lebensverhältnissen in Indien bekommen, zeigte Hansen einige Bilder: kleine Wellblech-Hütten, bunte Tempel, Tiere in freier Wildbahn, die hierzulande allenfalls im Zoo zu sehen sind.

Besonders beeindruckt waren die Jungen und Mädchen jedoch von den kurzen Filmsequenzen, die Hansen zeigte: Die Schule, an der mittlerweile etwa 90 Kinder, die bereits blind sind oder in Kürze blind sein werden, unterrichtet werden, war ebenso zu sehen, wie die Schüler selbst.

„Sie singen jetzt ein Lied für euch“, kündigte Hansen an. Es wurde ganz still in der Aula, als dann zu sehen und zu hören war, wie Hansen den symbolischen Scheck aus Bönningstedt dem indischen Schulleiter übergibt – zusammen mit einem großen Poster, auf dem die Scheckübergabe in Bönningstedt mit allen Schulkindern zu sehen ist. „Sobald alle Materialien von eurem Geld gekauft worden sind, komme ich wieder und zeige euch Bilder davon, wie die Geräte in der Schule verwendet werden“, kündigte Hansen an.

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