Quickborn : Schüler spenden für die Forschung

Die Schülervertreter übergaben dem Oberarzt Dr. Thomas Mir (Mitte) den Scheck über 6100 Euro.
Die Schülervertreter übergaben dem Oberarzt Dr. Thomas Mir (Mitte) den Scheck über 6100 Euro.

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium spendet 6100 Euro an das UKE. Tests sollen Aorta-Erkrankungen früher erkennen.

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18. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Für die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Quickborn war die Nachricht ein Schock: Aufgrund einer Aorta-Erkrankung verstarb in diesem Jahr ein ehemaliger Mitschüler. Dies nahmen sich die Mädchen und Jungen der Schülervertretung zum Anlass, Geld zu sammeln. „Wir haben uns dazu entschieden, den gesamten Betrag nur einem Zweck zukommen zu lassen“, sagte Can Ziegler, Schülervertreter, bei der offiziellen Scheckübergabe im Infozentrum. Das darauffolgende Schweigen der etwa 300 anwesenden Schüler zeigte, dass dieses Thema keinen kalt ließ.

Beim traditionellen vorweihnachtlichen Budenfest der Schule wurden insgesamt 6100 Euro eingenommen. „Das ist mehr als im letzten Jahr und zeigt, was Schülerengagement bewirken kann“, so Schulleiterin Angelika Lahrs. Diese Spende geht nun an das Forschungsprojekt „Früherkennung und neue Therapiestrategien bei Aorta-Erkrankungen des UKE“ in Hamburg. Dr. Thomas Mir, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie leitender Oberarzt des Universitären Herzzentrums Hamburg, kam nach Quickborn, um die großzügige Spende entgegen zu nehmen. „Das ist wirklich ein grandioser Betrag“, freute sich Mir.

Das Geld soll für die Weiterentwicklung von Tests zur Früherkennung von Aorta-Erkrankungen eingesetzt werden. „Diese Tests kosten unheimlich viel Geld. Besonders, weil wir die Forschung neben unserer normalen Arbeit betreiben müssen. Also wird dafür natürlich auch zusätzliches Personal gebraucht“, sagte Mir, der das Projekt leitet. Eine Art der Aorta-Erkrankung ist unter anderem eine Bindegewebserkrankung, das sogenannte Marfan-Syndrom. „Das ist eine sehr seltene Erkrankung. Sie tritt mit einer Häufigkeit von eins zu 5000 auf“, erklärte Mir. Dabei treten im gesamten Körper Probleme auf. Letztendlich kann es zu einem Einriss der inneren Gefäßwand (Aortendissektion) kommen. „Wenn dies passiert, ist das auf jeden Fall lebenslimitierend“, so Mir weiter.

Er war besonders von dem Engagement der Schüler begeistert. „Es ist toll, dass eine so innovative Schülervertretung auf uns zukommt und uns eine Spende anbietet. Darüber sind wir sehr dankbar “, sagte Mir. Auch Manfred Brandt, Vize-Direktor der Schule, lobte den Einsatz: „Die Schüler haben einige Zeit nach einer Möglichkeit gesucht, um Menschen mit einer solchen Erkrankung zu helfen und dabei sind sie auf dieses Projekt gestoßen.“

Erkrankungen an der Hauptschlagader (Aorta) können in einigen Fällen zu einer schlechten Prognose führen. Mit modernster Technik kann jedoch praktisch jede Erkrankung der Aorta behandelt werden. Zu den Erkrankungen zählen unter anderem krankhafte Erweiterungen und Einrisse der Gefäßwand. Die Forschung am Universitären Herzzentrum Hamburg dient der Verbesserung und Optimierung der Behandlung der jungen Patienten. Das Deutsche Aortenzentrum Hamburg hat sich auf die Therapie sämtlicher Erkrankungen der Hauptschlagader spezialisiert. www.uhz.de
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